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Mein Coronasemester - Teil 3

Sommersemester 2020, Wintersemester 2020/21 und Sommersemester 2021. Alles anders - dank Corona. Der Campus ist so gut wie leergefegt, Studierende sind kaum zu sehen. Die Covid-19 Pandemie stellt das Leben der Ostfalia-Gemeinschaft auf den Kopf. Während einige die Vorzüge des Homeoffice genießen, können andere den Tag kaum abwarten, an dem Normalität einkehrt.

Unter dem Hashtag #meincoronasemester teilen Studierende und Lehrende der Ostfalia Hochschule ihre Meinung zu diesem außergewöhnlichen Semester und berichten über Sorgen und Freude.

 

(Quelle: Ulrike Polaski)


#wobleibtdieMotivatio Late Night Thought

Von Cindy Huynh

Dienstag, 25. Mai 2021: Ich setze mich später dran. Habe ja eh noch ein bisschen Zeit, versuche ich meinen Prokrastinationsdrang zu rechtfertigen. Seit Wochen (oder genauer gesagt sogar Monaten) habe ich die Motivation verloren, mich an Abgaben und Überarbeitungen zu setzen. In einer Nacht wie heute überkommen mich um 23:50 Uhr Schuldgefühle, weil ich den ganzen Tag nichts Produktives gemacht habe. Verzweifelt versuche ich meine letzten Gehirnzellen zu aktivieren, um meinen langen Beitrag für die Lehrredaktion voranzubringen.

Die Tage vergehen wie im Flug. Meiner Meinung nach viel zu schnell. Die Abgaben kommen näher. Der Druck wird größer. Von Konzentration und Lernmotivation fehlt jedoch jede Spur. In mir besteht noch ein kleiner Funken Hoffnung, dass ich während meiner Studienzeit wieder Präsenzvorlesungen miterleben darf. Werde ich meine KommilitonInnen doch noch wiedersehen? Manchmal überkommen mich jedoch auch Zweifel. Schon komisch daran zu denken, dass ich den Rest der Lehrredaktion vielleicht sogar gar nicht mehr persönlich sehen werde. Vielleicht werden die teils müden Gesichter vor den Webcams die letzte Erinnerung an die Lehrredaktion bleiben.


#diezeitrast Welcher Tag ist heute?

Von Anica Lindig

Freitag, 21. Mai 2021: Ich stehe auf, fahre schon mal meinen PC hoch und watschle mit Schlaf in den Augen langsam in mein Badezimmer, um mich für meinen großen Tag fertig zu machen. Jogginghose an und ab vor den Rechner. Mit einem warmen Tee in der Hand versuche ich der Vorlesung Aufmerksamkeit zu schenken, die sich gerade auf meinem kleinen Bildschirm abspielt.  Dasselbe am nächsten und am übernächsten Tag. Immer derselbe Ablauf. Kein Wunder also, dass man schon mal durcheinanderkommt, welcher Tag eigentlich ist. Geschweige denn welcher Monat. Wann sind wir überhaupt im Mai angekommen und wie kann es bitte sein, dass dieser fast schon wieder rum ist? Das würde ja bedeuten, dass sich auch das Semester langsam dem Ende zuneigt, stelle ich mit großer Freude fest. Aber gab es nicht irgendwelche Abgaben, die zu erledigen sind? Ein kurzer Blick auf den Kalender verrät mir, was es war: Ich habe die zweite Feedbacksitzung verpennt. Aber war die Letzte nicht erst vor ein paar Tagen? Und wann wäre überhaupt die Nächste? Mit Erschrecken muss ich feststellen, dass die Abgabe dafür schon in drei Tagen ist. „Prokrastination ist wohl doch nicht die beste Lösung“, denke ich mir. Nun liege ich nicht mehr entspannt, sondern gestresst auf dem Sofa. Gedanklich war man noch am Schreibtisch.


#Feedbackgutallesgut Schritt für Schritt durchs Feedback

Von Felix Teubler

Donnerstag, 20. Mai 2021: Die zweite Feedbackrunde steht an. Im Optimalfall hat man mittlerweile seine zwei Texte zumindest in den Grundzügen fertig. In der Realität bin ich mit beiden Beiträgen unzufrieden und habe nur einen so weit, dass man ihn für das Feedback einreichen kann. Was solls. Das muss jetzt auch so funktionieren. Also, auf in die Höhle der Löwen, beziehungsweise Chefredakteure. Also meine eigene. Was kann schon schief gehen?

14 Uhr. Betretenes Schweigen zum Einstieg. Allmählich schalten sich die Kameras der Reihe nach ein. In Sekundenschnelle die Konzentration für drei Stunden finden. Gut, dass ich kein Prof bin.

Schritt 1: Den anderen das bereits geschriebene Feedback mündlich geben. Die Menge der Texte hält sich heute glücklicherweise in Grenzen. Immerhin etwas.

Schritt 2: Abwarten, wie weit ich mit meinem Feedback neben der Meinung des Professors lag. Allmählich werde ich aber scheinbar besser, zumindest was das angeht. Zu hören, dass das von mir gegebene Feedback mit dem Feedback des Lehrenden übereinstimmt, ist fast befriedigender, als einen guten Text abzugeben.

Schritt 3: Die Anwesenden überzeugen, dass ich meine eigenen Texte eigentlich nochmal komplett umstrukturieren muss. Bis Anfang nächster Woche. Warum fällt mir sowas eigentlich immer erst so spät ein? Keine Ahnung. Hat aber funktioniert. Ich kann und werde die Texte umkrempeln.

Letzter Schritt: Am Ende mit einem guten Gefühl rausgehen. Endlich. Nächste Woche müssen beide Texte stehen. Aber es lief viel besser als erwartet. Das Feedback war zufriedenstellend. Die Pläne für die eigenen Texte waren gut. Und, dass die bisherigen Bilder sch***e waren, kann meine Stimmung auch nicht mehr trüben.

Ça plane pour moi. Läuft bei mir.


#derperfekteSchuss Auf der Suche nach dem perfekten Foto

Von Luise Rhode

Dienstag, 18. Mai 2021: Auf der Suche nach einem passenden Foto zu meinem Thema Digital Detox, welches die Ruhe während der digitalen Entgiftung symbolisieren soll, hat es mich heute spontan in die Rapsfelder getrieben. Dunkle Wolken zogen auf. Plötzlich fing es auch noch an zu regnen. Meine innere Stimme sagte mir: „Egal, mach schnell dein Foto… der Regen stört dich nicht.“ Was ein Zufall, dass genau in diesem Augenblick ein Regenbogen zum Vorschein kam. Also rannte ich voller Tatendrang in das Feld, um das perfekte Bild zu schießen. Nur schade, dass ich nicht daran gedacht habe, dass meine schwarze Hose darunter leiden könnte. Als ich nach einiger Zeit wieder aus dem Feld ging -  platsch, da trat ich kleiner Tollpatsch in den Matsch. Meine schon zuvor nicht mehr reinweißen Chucks färbten sich endgültig braun ein. Die knallgelben Flecken an meiner Jeans nicht zu vergessen. Ich fragte mich: „Ob das wohl wieder rausgeht?“ Naja, etwas Gutes hatte dieser Vorfall an sich- ich habe einen für mich mehr oder weniger lustigen Tagebucheintrag und wunderschöne Fotos. 


#AUßERPRINTNICHTSLOS2 Noch lange nicht fertig

Von Mina Cavus

Montag, 17. Mai 2021: Es ist jetzt ein Monat vergangen und viel geändert hat sich nicht. Aber was sollte sich denn auch schon geändert haben? – Außer Print ist bei mir momentan nichts los. Der grobe Aufbau der beiden Beiträge stand fest und es war Zeit für ein Feedback. Das ausgiebige Feedback hat mir geholfen, meine Beiträge nochmal zu überarbeiten. Dafür musste ich mich erneut mit meinen InterviewpartnerInnen treffen. Bei einem (einzigen) Gespräch, von dem ich anfangs ausgegangen bin, ist es daher nicht geblieben. Für mich war das absolut nicht schlimm. Ich hoffe nur, dass die befragten Personen das genauso gesehen haben.

Nach dem erneuten Austausch mit meinen GesprächspartnerInnen habe ich wieder neue, spannende Dinge erfahren. Und kurz danach konnte das Überarbeiten schon los gehen. Gerade mein langer Beitrag ist ein ganz anderer als vorher und er gefällt mir viel besser. Dank des Feedbacks konnte ich den Aufbau verändern und habe mich auf bestimmte Dinge fokussiert. Die Struktur des Beitrags ist jetzt viel klarer. Auch der kurze Beitrag ist jetzt prägnanter und geordneter. Ich bin gespannt, was mich die nächsten Feedbacksitzungen erwartet. Bald ist übrigens außer Print wieder einiges los, da ich mich für die Prüfungen vorbereiten muss. Ich kann es ja kaum erwarten…


#aufeinermission Raus aus der Jogginghose

Von Lara Trenkner

Freitag, 14. Mai 2021: 8:30 Uhr am Bahnhof in Goslar. Bei 7 Grad und leichtem Nieselregen warte ich schlaftrunken auf meinen Zug nach Hannover. Ich kann es kaum glauben, aber dort erwartet mich meine Interview-Partnerin für meinen langen Beitrag. Kein Telefonat und keine Videokonferenz, sondern ein Interview vor Ort. Dass ich das in meiner Studienzeit noch erleben darf.

Wann war ich wohl das letzte Mal um diese Uhrzeit an der frischen Luft unterwegs? Es ist eher die Zeit, zu der ich mein warmes Bett noch nicht verlassen habe oder es gerade so schaffe, mich an den Schreibtisch zu zwingen. Aber nun stehe ich hier und habe die Jogginghose gegen eine Jeans getauscht. Schließlich wird man heute nicht nur meinen Oberkörper in der Kamera sehen. Wie wird noch gleich ein Gespräch geführt, das nicht virtuell stattfindet? Leichte Nervosität macht sich breit. Dennoch darf ich nicht die Mission aus den Augen verlieren – erst durch ein paar aussagekräftige Zitate wird mein Beitrag an Spannung gewinnen. Also, Unsicherheit runterschlucken und vielleicht fällt auch gar nicht auf, dass meine Fähigkeiten der zwischenmenschlichen Interaktion ein wenig eingerostet sind. Ich muss zugeben: Je näher das Interview rückt, desto sympathischer werden mir die Online-Interviews. Jetzt hilft nur noch Augen zu und durch und auf das Beste hoffen.  


#Tiefpunkt „Nach jedem Tief kommt ein Hoch, Hoch, Hoch..."

Vonn Luisa Rhode

Mittwoch, 12. Mai 2021: In der heutigen Vorlesung (Redaktionsmanagement) kommen wir erstmals auf die Frage zu sprechen: „Welche Geschichten haben aktuell das Potenzial, um im Campus38-Magazin veröffentlicht zu werden?“ Nervenaufreibend. Mein Körper ist plötzlich angespannt wie ein Flitzebogen.

Nun werden jeweils die Namen derjenigen AutorInnen vorgelesen, deren Beiträge das größte Potenzial haben. Schade, meine Artikel sind bisher leider nicht dabei. Verwundert bin ich nicht. Da ich nach wie vor noch unzufrieden mit meinen beiden Texten bin. Dennoch freue ich mich für meine KommilitonInnen, deren Beiträge aufgelistet werden. Wie ich mitbekommen habe, sind schon einige gute Geschichten dabei. Trotzdem kommen Zweifel und Enttäuschung in mir hoch. Meine Motivation, an den Beiträgen weiterzuarbeiten, sinkt.

Aber wie sagt man so schön: „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.“ Also versuche ich mich aufzuraffen und weiterhin mein Bestes zu geben. In der Hoffnung, dass es nach der nächsten Feedbackrunde schon etwas anders aussieht.


#kameraläuft Scotty beam mich hoch

Von Maren Schartner

Dienstag, 11. Mai 2021: Du schminkst dich ein wenig, legst die Decken auf dem Sofa zusammen und versteckst schnell noch die zwei Weinflaschen von gestern in der Küche. Denn du weißt: Es ist Lehrredaktions-Zeit! Die eingeschaltete Kamera ist nun gang und gäbe, da kann man nicht aussehen wie Hans Wurst. Und die Wohnung selbstverständlich auch nicht! Es ist schließlich das einzige Bild, das die KommilitonInnen und auch die Profs momentan von dir zu sehen bekommen. Und wie heißt es so schön? Der erste Eindruck zählt!   

Nun gut, weiter zum Wesentlichen. Feedback, Klappe die Zweite. Heute probieren wir etwas Neues. Um die Sitzungen produktiver und individueller zu gestalten, werden wir nacheinander in zwei Breakout-Räume gebeamt. Einen für die Print- und einen für Bildredaktion. Wieder mit von der Partie: Der sympathische Fotograf Helge Krückeberg. Das Motto: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.“ Ohne Bilder, kein Magazin!

Das Fazit: Probieren geht über Studieren! Oder Studieren geht auch durch Probieren? Auf jeden Fall sind Feedbackrunden in Breakout-Räumen gebongt.

 


#diesuchenachinformationen Ein Song. Eine geteilte Story. Meine Chance.

Von Vanessa Neu

Dienstag, 11. Mai 2021: Es ist Dienstag; heute habe ich das erste Interview für mein Problemkind geführt. Der Beitrag, bei dem ich mich anfänglich noch verträumt verschriftlichte:

Während meiner Recherche, fiel ich in ein Netz. Gehalten von Strängen, wessen medialen Ursprung unbestimmbar ward. Verstrickt im Netz der Netzwerke.

Und so taumelte ich zwischen den Quellen, die zu einem unbestimmbaren Konglomerat an Informationen mutierten. Informationen über soziale Netzwerke, Silencing und Co. füllen meine Gedanken, doch wo genau habe ich diese her? Natürlich ist alles dokumentiert, aber in meinem Kopf scheint alles so verwoben, dass sich dies nicht ohne eine Analyse des Flechtmusters kenntlich zeigt.

Leere. Keine Stimme. Auf meiner Reise saß ich wartend am Bahnsteig. Es fühlte sich an, als wäre dieser Transport nicht länger Bestandteil des aktuellen Fahrplans. Soll ich eine neue Reise planen, meiner Kommilitonin Pia schreiben und sie fragen, ob unser Plan der gemeinsamen Newsstory, nach wie vor Sinn machte?

Ein Song. Eine geteilte Story. Meine Chance. Durch ihr verwenden eines Songs, teilte eine von mir abonnierte Influencerin die Story, welche zu mir durchdrang. Und so ereilte mich das Glück, eine Interviewpartnerin zu finden, für ein Thema, über das niemand mit mir sprechen wollte. So sprachen wir – über Zoom mit Kamera. Bis wir uns dazu entschließen, die Aufnahme zu beenden, um einen privaten Pfad zu gehen. Um 17:16 Uhr verließ ich unser virtuelles Wohnzimmer, klappte meinen Laptop zu und ging nach Hause.

 


#bildermachen Ich suche das gelbe A!

Von Lukas Hampel

Sonntag, 9. Mai. 2021: Die ausgeliehene Kamera geschnappt, ab in den Wagen und los geht’s! Nach nur 15 Minuten bin ich schon an meinem Ziel: Die Schachtanlage Asse II bei Remlingen im Landkreis Wolfenbüttel. Auf der Suche nach ausdrucksstarken Bildern, nach dem richtigen Licht und den passenden Motiven, wandere ich 15, 20 Minuten über den von Wald bedeckten Höhenzug. Vorbei an den Sträuchern, schleiche ich mich auf das Feld, um die perfekte Stelle für die Fotos vom großen, gelben „A“ zu finden: DAS Zeichen des Protests einfangen, das dort vom Verein „AufpASSEn“ aufgestellt wurde. Nach etlichen Versuchen das Gestrüpp zu durchdringen, muss ich einen anderen Weg finden, um das Motiv abzulichten. Nach einem gefühlten Halbmarathon über Wald- und Feldwege, kann ich schließlich einen guten Standpunkt ausmachen – das erste Foto ist gemacht. Mit reichlich Bildern im Gepäck mache ich mich zweieinhalb Stunden später auf den Heimweg. Hoffentlich sind ein paar gute Schnappschüsse dabei!

 


#telefonieabschaffen Albtraum Online-Interview

Von Nele Piltz

Freitag, 7. Mai 2021: Telefonieren sollte längst überholt sein. Und dieses Folterinstrument namens Videotelefonie gehört erst recht verboten. Wenn ich E-Mails schreibe, gebe ich zuletzt den Adressaten ein, sodass, falls ich den falschen Knopf drücke, meine Blamage maximal in den Entwürfen landet. Bevor etwas verschickt wird, lese ich es mindestens dreimal, damit ich Fehler zuverlässig vermeiden kann. Am Telefon ist sowas schwer umsetzbar. Ich bin vor Stolz fast geplatzt, als ich letzte Woche mit dem Geschäftsführer einer großen Einrichtung telefoniert habe. Nicht nur meinen Namen habe ich so gesagt, wie ich es vorher viel zu oft geübt habe – nein, ich habe sogar mein Anliegen verständlich dargelegt. Leider ist dieser Funken von Selbstbewusstsein nicht nur erloschen, sondern förmlich ertränkt worden, als sich zwei seiner Mitarbeiter daraufhin bei mir meldeten und sich für ein Interview mit mir bereiterklärten. Ich habe geantwortet, ich würde mich sehr über ein Gespräch per Videotelefonie freuen. Während ich diese Lüge in eine E-Mail verpackt habe, hätte ich mir am liebsten die Finger abgekaut.

Mir ist bewusst, dass sich die Gefahr, die von einem Zoom-Call ausgeht, ziemlich in Grenzen hält. Wahrscheinlich sind die beiden sogar nett und ich verlerne wider Erwarten doch nicht plötzlich das Sprechen. Trotzdem überlege ich gerade, ob ich nicht fluchtartig das Land verlassen sollte. Meine Oma hat mir als Kind immer gesagt, je öfter ich sowas übe, desto leichter fällt es mir. Ich würde ihr gerne sagen, dass sie falsch lag, aber dafür müsste ich sie anrufen.

 


#crpower Die Superkraft der Chefreaktion

Von Jette Mertins

Dienstag, 04. Mai 2021: Was bedeutet es ChefredakteurIn zu sein? Als CRs begleiten wir das Campus38 Magazin – vom Anfang bis zum Ende. Unsere Mission: Ein gedrucktes Magazin 2021.

Damit dies nicht nur in den Sternen steht, haben wir einige Aufgaben, denen wir uns stellen müssen. Wir stehen unseren Mitstudierenden als AnsprechpartnerInnen zur Seite. Helfen bei der Themenplanung und betreuen die Themen. Überlegen, welche Geschichten geeignet sind und welche nicht. Wir lesen Texte. Passt die Darstellungsform? Ist der Aussagewunsch getroffen? Wie kann man den Text verbessern? All diese Fragen gehen uns CRs durch den Kopf, wenn wir das Feedback zu den Texten formulieren.

Aber wie kommt eigentlich unsere CR – Power zum Vorschein? Wir haben vielleicht keinen Umhang oder können fliegen, aber wir haben eine Mission. Unsere Mission. Und diese lässt uns aus dem Ermessen schöpfen. In 3 Stunden die Ideen der Themen unserer Mitstudierenden besprochen. Check. Das schaffen wir nur, wenn geballte Superkraft aufeinandertrifft. 4 CRs in einem Discord-Kanal. 2 Tage für das Feedback der Texte – kein Problem. Wir sind ja schließlich CRs! Wer sollte es schaffen, wenn nicht wir?

 


#drunterunddrüber Online-Redaktion in a Nutshell

Von Robin Grummann 

Montag, 03. Mai 2021: Die Lehrredaktion Print läuft jetzt seit Mitte März auf Hochtouren. Die Redaktionsaufgaben sind vergeben und jeder Studierende wurde mit einer Aufgabe betraut. Unsere Chefredakteure und Chefs vom Dienst sind in jeder Sitzung ganz schön am Schuften und sorgen für Struktur. Andere Redaktionsmitglieder warten noch auf ihren Auftakt.

Die Themen meiner Printbeiträge möchte ich zunächst an meinen eigenen Interessen orientieren. Nach einer Themenbesprechung innerhalb der Redaktion kommen mir jedoch Zweifel. Da die Beiträge einen regionalen Bezug haben sollen, stehe ich vor der Herausforderung Themen herauszufiltern, die zum einen mich interessieren und zum anderen die Leser von Campus38.

Die Suche nach Interviewpartnern? Nervenaufreibend, herausfordernd und dennoch spannend.

Nervenaufreibend, da eine Rückmeldung auf eine E-Mail-Anfrage mehrere Tage auf sich warten lassen kann. Mit welchen Interviewpartnern kann ich rechnen?

Herausfordernd, aufgrund einer unberechenbaren Variablen: Der Internetverbindung. Wird sie während des Interviews standhalten? Diese Frage stelle ich mir vor meinem ersten Interview und siehe da: Murphy‘s Law schlägt zu. Das Interview muss eine unfreiwillige 15-minütige Pause einlegen.

Dennoch ist es spannend zu sehen, dass der Interviewprozess trotz den aktuellen Einschränkungen, auf die eine oder andere Weise funktioniert.

 


#byebyecomfortzone Konfrontationskurs, Baby!

Von Maren Woltmann

Sonntag, 02. Mai 2021: Zwei Artikel für das Campus38-Magazin. Okay. Kein Problem. Dasselbe Prozedere wie zuvor. Zuerst das Brainstorming: Was interessiert mich? Was könnte die anderen interessieren? Was halte ich für relevant? Womit kann ich einen Mehrwert bieten? Die gleichen Fragen, immer wieder. Ideen strukturieren, dann die Themen festlegen. Recherchieren und notieren. Alles beim Alten. Hatten wir alles schon im ersten Semester. Easy peasy. Da hat es schließlich auch geklappt. Dann sehe ich es funkeln. Ein schauriges, unausweichliches Grinsen aus der rechten Ecke meiner To-Do Liste. Ein flaues Gefühl macht sich in meinem Magen breit. Der Puls steigt. Mein Herz droht aus der Brust zu springen. Ein Besuch beim Zahnarzt ist angenehmer. Da steht er nun, fertig für den Kampf. Mein Gegner für diese Runde. Bereit mich sämtliche Überwindung zu kosten. Das Interview. Der Endboss für dieses Spiel. Augen zu. Tief einatmen. Langsam ausatmen. Studium bedeutet sich zu überwinden, über sich hinaus zu wachsen. Der Gedanke, an den ich mich klammere. Meine Motivation. Hörer in die Hand, raus aus der Komfortzone. Angriff. Auf Konfrontationskurs mit den eigenen Grenzen.

 


#Wolfamous Die Wölfe sind los

Von Celina Lohrberg

Freitag, 30. April 2021: Das Thema stand fest. Eine Reportage über Wölfe sollte es sein. Die Recherche begann. Schnell wurde ich fündig. Ein Tierpark, indem es Wolfspräsentationen gibt und sogar Wolfsbegegnungen möglich sind. Die Vorfreude stieg. Und wurde schnell wieder gebremst als ich die Worte „Wolfsbegegnungen aufgrund von Corona nicht möglich!“ las. Doch die Pandemie sollte dem Ausflug nicht im Weg stehen! Tickets wurden gebucht, Taschen gepackt und los ging es. Ich hatte ein wenig Normalität zurückgewonnen. Im Park war viel los. Ich erkämpfte mir den besten Platz bei den Präsentationen. Gespannt hörte ich dem Pfleger zu und beobachtete die Wölfe. Atemberaubende Tiere. Sie strahlten eine gewisse Ruhe aus. Es gab so viele Fakten, die ich über die Wölfe erfuhr. Es hat mich besonders nachdenklich gemacht, dass beim Transport zum Schlachthof mehr Nutztiere sterben, als durch einen Wolfsangriff. Nach der Präsentation war ich noch beeindruckter von den Tieren als zuvor. Für mich steht fest, die Wolfsbegegnung wird nachgeholt!

 


#FlexibilitätWirdUnterschätzt Ein Herz fürs Homestudying!

Von Felix Matthes Teubler

Samstag, 01. Mai 2021: Tag der Arbeit. Ein Feiertag. Und was mache ich? Sitze wie fast jeden Tag vor den Bildschirmen meines PCs, schreibe und recherchiere. Gelegentliches Ablenken vom kleineren Bildschirm meines Handys natürlich mit inbegriffen.

Viel zu viel Zeit ist bereits verflogen, heute und im Semester insgesamt. Soll mal einer genug Zeit fürs Studieren, freiwillige Engagement und „normale“ Leben gleichzeitig finden. Und natürlich für diese völlig überbewertete, aber lebensnotwendige Instanz namens „Schlaf“. Aber es sei erwähnt: hier kommt ein Vorteil des Homestudyings zum Glänzen. Man kann sich diesen obligatorischen, komatösen Vorgeschmack auf die endlose Leere nach dem Tod immerhin besser einteilen, als zu den Zeiten, in denen man um 8 Uhr morgens am Campus so tun muss, als wäre man geistig anwesend.

Diese Flexibilität hat auch bei den bisherigen Interviews ihre unbestreitbaren Vorteile (erwiesen). Eine Vorlesung ausfallen lassen und später im O-Ton anhören, um ein essenzielles Interview führen zu können? In normaler Präsenzlehre wäre das so nicht möglich gewesen. Also weiter machen. Weiterschreiben, recherchieren, interviewen.

 


#scottybeammichhoch Students of Anarchy

Von Alina Klemme 

Freitag, 30. April 2021: Egal, ob auf meinem Schreibtisch, in meinem Kopf oder in den Nachrichten: zurzeit scheint die Welt im Chaos zu versinken. Es ist nicht so, dass ich sonst sehr strukturiert bin. Eigentlich lebe ich schon seit ich denken kann von Tag zu Tag und schaue was auf mich zukommt. Doch zurzeit sind alle Pläne hinfällig. Wann finden Vorlesungen wieder in Präsenz statt? Welche neuen Corona-Regeln gibt es heute? Ob ich wohl meinen Geburtstag in drei Monaten mit Familie und Freunden feiern darf? Wie sollen wir unter den momentanen Bedingungen einen Interviewpartner für unser Videoprojekt in Medienproduktion finden? Fragen über Fragen, die nicht nur meine Laune zerstören, sondern auch meinen Schlafrhythmus. Momentan ist gar nichts sicher – bis auf sich nähernde Feedbackrunden und Abgaben, welche bei mir nur eines auslösen: noch mehr Chaos. Doch wer weiß, nach den ganzen Vorfällen, die sich auf der Welt anhäufen, schließe ich nichts mehr aus. Also vielleicht kommt morgen eine Zombieapokalypse oder übermorgen eine Alieninvasion, die meine jetzigen Probleme plötzlich verschwinden lässt. Einfach optimistisch bleiben.


#taubensinddiebesserenmenschen Ich wäre gerne eine Taube

Von Annika Roschinski

Freitag, 30. April 2021: Es ist ein langer Tag. Seit Stunden sitze ich vor dem Laptop am Fenster und recherchiere verzweifelt für einen Artikel der neuen Campus38-Ausgabe. Ich beobachte die lärmenden Bauarbeiten draußen vor der Tür und trinke dabei meinen hundertsten Cappuccino in diesem Lockdown. Immer wieder schweifen die Gedanken ab. Zu abspringenden Interview-Partnern oder Informationen an die nicht ranzukommen ist. Ich frage mich, wie ich überhaupt 10.000 Zeichen zustande bringen soll? Eine Taube beobachtet mich vom Baum aus und hält sich dabei auf wundersame Weise auf dem dünnsten,obersten Ast fest, während dieser sich mächtig biegt. Wäre ich doch auch so frei und könnte einfach dort oben sitzen und die Menschen beobachten. Sie kennt uns sicher besser, als wir uns selbst kennen und könnte problemlos eine Reportage über uns schreiben. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als einen Tag mit meinen Kommilitonen auf dem Campus verbringen zu dürfen. Sich gemeinsam den Kopf über Abgaben, Klausuren und das neue Magazin zu zerbrechen. Aber das geht leider nicht. Also fasse ich mir ein Herz und begebe mich wieder auf die Suche nach spannenden Themen, Persönlichkeiten und Hintergrundinformationen.

 


#geduldistnichtsomeins Die E-Mail der Erleichterung

Von Felina Wellner

Mittwoch, 28.04.2021: Seit Tagen, die sich anfühlen wie Wochen, warte ich auf eine Antwort. Funken der Hoffnung überkommen mich jedes Mal, wenn eine E-Mail-Benachrichtigung aufpoppt. Ständig aktualisiere ich mein Postfach. Spam-Mails über Dinge, die mich noch nie interessiert haben, nerven mich in dieser Zeit noch mehr. Mit jedem Tag und jeder Stunde wird meine Verzweiflung größer: Ohne eine Interview-Zusage wird das doch alles nichts, dann brauche ich gar nicht erst anzufangen. Das Warten und der zunehmende Zeitdruck befördern meine Schreibblockade. Die erste Feedbacksitzung steht an. Schwerfällig bringe ich dann doch noch einen Beitragseinstieg zu Papier. An die Chefredaktion vermerke ich den Hinweis, für den folgenden Textteil an ein Interview anknüpfen zu wollen. Was nachvollziehbar klingt, ist zu diesem Zeitpunkt noch mein großes Fragezeichen. Doch nach Tagen der Ungeduld führe ich heute mein erstes Interview. Die Beitragsproduktion kann endlich richtig starten, die nächsten Hürden können kommen.

 


#dienstagssonnenschein Strahlkraft hat nicht nur die Sonne

Von Daniel Kalis

Dienstag, 27. April 2021: Es ist kurz vor 16 Uhr. Die nächste Redaktionssitzung steht an und wieder einmal ist bombastisches Wetter. Und was macht man als Studierender mit dem Privileg eines Gartens und einer stabilen Internetverbindung? Richtig: Man schnappt sich seine sieben Sachen und hält das Meeting draußen ab, eventuell ganz zum Neid der KommilitonInnen. Da hat selbst die Pandemie was Gutes. Denn im Hörsaal das schöne Wetter zu verpassen, wäre ja echt ein Jammer. Sonnengebadet, mit einem leckeren Kaltgetränk in der Hand gebe ich als Chefredakteur heute meinen KommilitonInnen Feedback zu ihren Texten. Doch wer waren denn die noch mal? Obwohl wir uns so gut wie gar nicht kennen, halten wir als Lehrredaktionsgruppe zusammen, unterstützen uns, wo wir nur können und ziehen das Ganze zusammen durch. Und wenn das Wetter mal nicht mitspielt, sind die einzigen Strahlen, die mir entgegenscheinen, die lächelnden und motivierten Gesichter meiner KommilitonInnen. Aber darauf erstmal eine Portion Vitamin D. Sonnige Grüße!

 


#wartenaufbesserezeiten Tagträume

Von Anja Freiya Münch

Dienstag, 27.04.2021: Ich habe geträumt. Meine ganze Jugend habe ich mir vorgestellt, wie mein Leben sein wird, wenn ich ausziehe und die Freiheit habe, allein über mein Leben zu bestimmen. Nicht nur die Entscheidung über meinen Alltag wurde mir genommen, sondern auch der Kontakt zu meinem engen Umfeld. Wenn ich abends in meinem Bett liege, fliegen diese Gedanken wie Wolken an mir vorbei. Es sind Illusionen und Wunschvorstellungen, die mich jeden Abend begleiten. Doch sie haben sich gewandelt. Mein naives junges Ich plante erwartungsvoll ausgelassene Studentenfeiern. Heute ist mein einziger Wunsch Normalität. Aber ich muss mich von diesem Traum momentan verabschieden. Die Welt wird so schnell nicht die alte sein, vor allem dann nicht, wenn wir nicht alle zusammen halten.

 

 


#undtäglichgrüßtdasmurmeltier Methoden der Prokrastination

Von Lena Podlech

Samstag, 22.04.2020: Es ist 21.30 Uhr. Ab heute gilt in meinem Landkreis die Ausgangsperre von 22 Uhr bis 5 Uhr morgens. Ich habe mir fest vorgenommen, Sonntag etwas für die Uni zu machen. Seit Monaten plagt mich eine scheinbar endlose Müdigkeit und ich kann selten die Kraft aufbringen, um mich an den Schreibtisch zu setzen. Morgen ist jedoch der Tag aller Tage, an dem ich endlich mit meinen schriftlichen Abgaben anfangen möchte! Es muss sein. Ich stelle mir einen Wecker, sonst verschlafe ich den halben Vormittag. Ich stehe trotzdem erst um 11 Uhr auf, denn den Wecker habe ich einfach ausgemacht. Von 12.30 Uhr bis 13.30 Uhr saß ich am Schreibtisch - viel zu kurz, angesichts meiner To-Do-Liste. Statt etwas für die Lehrredaktion zu machen, fange ich jetzt an, meine Wohnung einem Frühjahrsputz zu unterziehen. Gegen frühen Abend bin ich dann zu kaputt, um mich nochmal an meinen Arbeitsplatz zu setzen, um Fragen für meine Interviews in Print anzufangen. Es ist also wie jedes Wochenende. Ich gehe um 22.30 Uhr ins Bett und die sich seit einem Jahr immer wiederholende Woche, fängt wieder von vorne an.

 


#niemalsvergessen Mein dritter Ort

Von Mara Bodenstein

Samstag, 22. April 2021: Ein neuer Tag. Um 07:15 Uhr klingelt mein Wecker. Ich bin wie jeden Morgen dankbar darüber, einen neuen Tag geschenkt bekommen zu haben, sobald ich aufwache. In der freien Zeit, die wir gerade haben, habe ich viel gelesen und mich intensiver mit dem Thema Dankbarkeit auseinandergesetzt. Sich nach dem Aufstehen einmal alle Dinge vor Augen zu führen, die das persönliche Leben bereichern, verleiht einem neuen Tag gleich einen positiven Energieschub. Seien es selbst die kleinen Dinge im Leben, wie der morgendliche Kaffee im Bett oder die Sonne, die durch das Fenster scheint. Oder allein die Tatsache, dass ich aufgrund von Corona eine gute Stunde länger schlafen kann, da die Fahrtzeit nach Salzgitter oder nach Braunschweig zum Job, entfällt. – Dennoch: Nach über einem Jahr Pandemie fällt es wohl selbst den positivsten Menschen nicht mehr leicht, noch viel Gutes aus der Krise zu ziehen. Kurz gesagt vermisse ich einfach die kleinen Dinge: meinen Latte Macchiato in meinem Stammcafé, meine Lieblingsbollo bei meinem Italiener des Vertrauens, der mich mit Namen begrüßt, sobald ich die Tür öffne, durch die Stadt zu schlendern mit Freundinnen und vor allem donnerstags abends mit einer Gruppe an jungen Menschen angeheitert zu dem Dröhnen der Musik in unseren Lieblingsclubs zu tanzen. Ja, ich vermisse sogar die Hörsäle und die tägliche Parkplatzsuche auf dem Campus. Das mitunter einzig Positive, was mich euphorisch stimmt, ist die Lehrredaktion und die Möglichkeit, meiner Liebe zum Schreiben, Recherchieren und Interviewen allein nachzugehen. Im ersten Semester habe ich mich noch mit meinen Kommilitonen über die aufregende Studienzeit unterhalten, die vor uns liegt und die wir in unserem ganzen Leben nicht vergessen werden. Jetzt bin ich mir sicher, dass wir diese Zeit wirklich nicht vergessen werden. Leider auf eine andere Art und Weise. Ich fange an zu resignieren und werde traurig bei dem Gedanken. Die mit schönste Zeit im Leben zieht gnadenlos an uns vorbei. Tschüss Jugend. Tschüss Unbeschwertheit.


#stayactive Zwischen Fitnessmangel und Hausarbeiten

Von Mara Bodenstein

Freitag, 21. April 2021: Jeder Tag ähnelt dem Vorherigen. Neue Erlebnisse und Erfahrungen zu sammeln wird derzeit zur Seltenheit. Das einzig Neue und Abwechselnde in meinem Leben derzeit, sind die verschiedenen Uni-Thematiken und Online-Vorlesungen. Sport hat immer einen hohen Stellenwert in meinem Leben eingenommen. Ich war wöchentlich im Fitnessstudio, joggen, schwimmen oder generell sehr aktiv. Mir fehlt das Fitnessstudio sehr, sowohl für den Geist, als auch für den Körper. Die Waage zeigt fünf Kilo mehr, als vor der Pandemie.  Ich glaube leider nicht, dass sie defekt ist. Meine Freunde berichten das gleiche. Die Motivation für Home-Workouts lässt sich auch nur noch schwer aufbringen und eigentlich bewegt man sich gefühlt nur noch von Mahlzeit zu Mahlzeit. Dank Föderalismus durften in anderen Bundesländern die heiligen Fitnessstudiohallen bereits wieder öffnen. Leider nicht hier in meiner Region. Warum wird dies nicht einheitlich geregelt? Ich bin gespannt auf die neuen Hygienekonzepte und wann und vor allem wie es wieder losgehen wird. Ich denke, dass neben den Corona-Erkrankungen auch die Zahl an Depressiven und Übergewichtigen zunimmt und die Pandemie generell Langzeitfolgen mit sich bringt, denen man sich derzeit noch gar nicht bewusst ist. #stayactive um gewappnet für die Zeit nach der Pandemie zu sein. Also ca. 2025…?


#Panik Drei Stunden bis zur ersten Abgabe – Die Tastatur brennt

Von Jennifer Ihmels

Montag, 19. April 2021: Der erste Entwurf für die erste Feedbacksitzung steht an. In drei Stunden ist Abgabe und ich sehe aus wie eine Figur aus einem Comic, die wild fuchtelnd auf ihren Laptop einhämmert. Hier fehlt noch ein Satzzeichen und da ist ein Wort ja noch komplett falsch geschrieben. Ich glaube, ich brauche jetzt erstmal ein Stück Schokolade. Und eine Pause. Fünf Minuten.

Aus den fünf Minuten ist am Ende eine halbe Stunde geworden. Okay, das macht nichts. Aber jetzt muss ich mich wieder dransetzen. Soll ich den ganzen Text vielleicht nochmal löschen und neu schreiben? Aber ich habe doch keine Zeit mehr. Na gut, das muss so reichen. Mir wird schon keiner den Kopf abreißen, schließlich ist ja eh Online-Unterricht.

Jetzt muss ich nur noch einen passenden Namen für das Dokument finden. Mal schauen, wie die anderen ihre Texte benannt haben. Nicht hilfreich. Jeder hat was anderes geschrieben. Ist das wirklich so wichtig? Ich glaube, ich hänge mich hier gerade an Kleinigkeiten auf, nur um den Text nicht abschicken zu müssen.

Ich muss ihn jetzt hochladen. Ich muss jetzt loslassen. Aber ich könnte ja nochmal gucken? Okay, nein, ich mache jetzt diesen Klick und ladees hoch. Wird schon nicht so schlimm werden. Geschafft!

 


#ichhassefrühaufstehen Sonnenaufgänge werden noch zu meiner Hassliebe

Von Jan-Patrick Biedermann

Sonntag, 18.04.2021: Als Reporter der Lehrredaktion Print bin ich mal wieder unterwegs. Unser Fotoexperte Helge Krückeberg hat sich letztens ziemlich eindeutig ausgedrückt. Geht es um Landschaftsfotografie, spielt das Licht eine elementare Rolle. Im Klartext meint er damit, bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang zu fotografieren. Als vorbildlicher Student versuche ich, die Tipps selbstredend zu beherzigen. Mein heutiges Ziel: die Lüneburger Heide. Die Strecke bis zum Zielort: 70 Kilometer. Meine Wahl: der Sonnenaufgang. Meine innere Stimme heute Morgen beim Aufstehen: „Idiot, Idiot, Idiot…“ Aber je länger ich schlaftrunken durch die Heide torkele, desto eher muss ich mir eingestehen, dass der Fotograf Recht behalten hat. Morgenstund hat Gold im Mund und eindrucksvolle Fotos bedingen manchmal schwere Lose. Nichtsdestotrotz werde ich bei meinem nächsten Fotoausflug einen Sonnenuntergang anstreben. Natürlich nur, damit ich einen Vergleich zwischen den beiden Tageszeiten ziehen kann. Woran habt ihr denn gedacht?

 


#SprunginskalteWasser Wie fragt man eine Nonne, ob sie sich selbst befriedigt?

Von Theresa Osterkamp

Samstag, 17. April 2021: Heute ist es endlich so weit: Ich führe mein erstes Interview. Trotz Vorbereitung fühle ich mich nicht bereit. Pikante Fragen an eine Nonne nennt sich der Spaß. Ich stelle unter anderem Fragen zur Selbstbefriedigung, zur Homo-Ehe und zu sexuellem Missbrauch in der Kirche – Hauptsache pikant eben. Vor dem Interview schießen mir Gedanken und Zweifel durch den Kopf. Was, wenn die Antworten nicht wie erwartet ausfallen? Sind meine Fragen angemessen? Wird sie sich vor den Kopf gestoßen fühlen? Wie führt man überhaupt ein Interview?

Eigentlich habe ich noch nie groß Scham in meinem Leben empfunden, aber bei einigen Fragen muss selbst ich mir das Fremdschämen verkneifen. Die Fragen vor dem – coronabedingten – Telefoninterview laut zu üben, scheint noch unangenehmer und langsam bin ich mir sicher, dass meine MitbewohnerInnen mich zunehmend seltsamer finden. Also, wie fragt man denn nun eine Nonne, ob sie sich selbst befriedigt? Letzten Endes heißt die Antwort für mich: Augen zu und durch. Du machst das jetzt einfach irgendwie! Schlussendlich ist das die Frage, bei der am meisten gelacht wird. Ich hatte so viele Bedenken davor, hinterher fühle mich beflügelt. Wer hätte es gedacht, der Sprung ins kalte Wasser tat gut.


#AUßERPRINTNICHTSLOS Tagebuch früher vs. Tagebuch heute

Von Mina Cavus

Freitag, 16. April 2021: Das letzte Mal, als ich ein richtiges Tagebuch in meiner Hand hielt, ist lange her. Ich weiß aber noch genau wie es aussah. Natürlich hatte ich eins von Diddl. Diddl, die Maus. Wer kennt sie nicht? Ich hatte wirklich alles aus der Diddl Welt. Das Tagebuch war orange und auf der Vorderseite waren Diddl und Diddlina zu sehen. Damit niemand außer mir Zugriff auf mein heiliges Tagebuch hatte, konnte ich es mit einem Schloss verschließen. Und wenn ich so an meine Einträge denke, hatte ich wirklich immer was zu erzählen. Was war in der Schule passiert? Hatte ich einen Streit mit einer Freundin oder hat meine Mutter mich angeschimpft?

Jetzt sitze ich hier und frage mich, was ich heute erzählen soll. Ich gehe nicht mehr zur Schule, sondern studiere. Und darüber hinaus passiert bei mir nicht gerade viel. Deshalb schreibe ich über etwas, was mich in letzter Zeit ziemlich beschäftigt – die Lehrredaktion Print. Nachdem ich endlich zwei Themen gefunden habe, die mir abgesegnet wurden, fiel mir ein Stein vom Herzen. Vor der Themensuche graut es mir immer wieder. Entweder überschneidet sich das Thema mit dem einer anderen Person oder das Thema überzeugt die anderen nicht. Als ich also die zwei Ideen für meine Beiträge in der Tasche hatte, ging auch gleich das erste Gespräch mit meiner Interviewpartnerin los. Kurze Zeit später folgte dann auch das zweite Gespräch und ich habe mich an die Beiträge gesetzt. Es ist wirklich viel Arbeit, aber ich muss sagen, dass ich Spaß daran habe. Und ich bin mir sicher, dass die Lehrredaktion Print mich auch weiterhin viel beschäftigen wird.


#immerwiederdonnerstag Eine typische Redaktionssitzung

Von Anna Riegel

Donnerstag, 22.04.2020: Um 9:30 Uhr klingelt der Wecker. Guten Morgen. Heute mal mit besonders viel Vorlauf zur Vorlesung. In etwa 15 Minuten dürfen wir uns gegenseitig in unsere aufgequollenen Gesichter blicken. Wir haben die Vereinbarung, wenigstens zu unseren Redaktionssitzungen immer die Kameras einzuschalten. Bei den anderen Vorlesungen „sprengt“ das ja zum Glück die Bandbreite. Nachdem alle um 9.45 Uhr eingetrudelt sind, kann also der große Spaß beginnen.

Dann fällt der Satz, bei dem es den ChefredakteurInnen kalt den Rücken hinunterläuft. „Heute kein Input von mir. Ich bin gespannt, was Sie vorbereitet haben“, begrüßt uns Professor Ollrog mit einem wohlwollenden Lächeln. Doch das Lächeln sollte ihm schnell vergehen, denn vorbereitet haben wir natürlich nichts. Den gestrigen Abend hat man damit verbracht, eine der Marketing-Vorlesungen aufzuholen, die donnerstagnachts um 8 Uhr abgehalten werden.

Es macht sich eine unangenehme Stille breit und jeder wartet darauf, dass der andere etwas sagt. Es sind zwanzigeinhalb Leute hier – Vanessa kämpft immer noch mit ihrem Internet. Ich werde bestimmt nicht als Erste sprechen. Zeitgleich wird den ChefredakteurInnen wärmer und wärmer. Nach etwa 45 Sekunden fallen dann die erlösenden Worte: „Ich hätte da eine Frage…“ Alle atmen auf, das Eis ist gebrochen. Die Sitzung kann starten!

 


#Aufgeregt Mein allererstes Interview

Von Emily Ciupa

Freitag, 14. April 2021: Heute habe ich das erste Interview meines Lebens geführt und kann erfolgreich sagen, dass ich selten so viel geschwitzt habe, wie kurz vor dem Gespräch. Das kann man mir glaube ich auch nicht verübeln, da man schließlich nicht alle Tage eine wildfremde Person mit Fragen löchert. Natürlich hatte ich meine Fragen vorbereitet und versucht, mich mental auf die neue Situation einzustellen, aber das war meiner Nervosität egal.

Dann ging das Interview endlich los und von meiner Aufregung war fast keine Spur mehr zu erkennen. „Fast“, weil sie dann doch noch zu groß war, um viele spontane Fragen einwerfen zu können. Vielleicht hatte ich auch einfach bloß Glück mit meiner Interviewpartnerin, da sie sehr (SEHR) viel von sich aus erzählt hat. 

Schlussendlich kann ich aber sagen, dass sich das ganze Schwitzen gelohnt hat, da das Gespräch echt ziemlich interessant war und ich dadurch neue Erfahrungen sammeln konnte. Jetzt geht es ans Tippen, um hoffentlich die ganzen Deadlines einhalten zu können.


#Prozess Erste Erfolge auf dem Weg zum Magazin

Von Linda Täger

Mittwoch, 14. April 2021: Gestern war es so weit. Für die Lehrredaktion Print, in der wir schriftliche journalistische Beiträge produzieren, sind die ersten Rückmeldungen für meinen kürzeren Beitrag eingegangen. Dieser beschäftigt sich mit Studierenden-Klischees und dafür habe ich sowohl Lehrende, als auch Studierende, nach ihren humorvollen Meinungsbeiträgen gefragt.

Es ist ein komisches Gefühl, wenn man eine Vorstellung zu dem Projekt vor Augen hat und der Beitrag steht und fällt mit den Wortbeiträgen. Wird das lustig? Haben die Lehrende und Studierende Lust mitzumachen? Die erfreuliche Antwort: Ja!

Ich habe einige Zeit mit Organisation und Vorbereitung gefüllt, aber am Ende ist die Planung und Vorabrecherche aufgegangen. Ich habe jetzt schon super Antworten bekommen und kann erleichtert und mit Vorfreude in den nächsten Arbeitsschritt eintauchen. Es ist verrückt, wie viel Zittern und Herzblut in den Beiträgen steckt, aber das Gefühl, wenn sich alles zusammenpuzzelt, ist unbeschreiblich.

 


#Kopfzerbrechen Da hilft nur noch Kopfzerbrechen

Von Theresa Osterkamp

Freitag, 13. April 2021: Ein Interview wurde geführt, zu beiden Beiträgen gründlichst recherchiert und kurz darauf erreiche ich meinen ersten kleinen Tiefpunkt: Eins meiner Themen wurde bereits auf Campus38 behandelt und beim zweiten Thema hat der Interviewpartner seine Meinung zur Veröffentlichung geändert. Auch meine Überredenskünste verhelfen mir nicht zu einer Umstimmung – er will es schlichtweg nicht mehr. Dieses Erlebnis mag noch immer recht harmlos sein, verglichen mit dem Alltag einer richtigen Journalistin. Ich möchte nicht melodramatisch klingen, aber an diesem Punkt liegen meine Nerven blank. Ich bin also wieder bei null und alles, was ich bereits erarbeitet und recherchiert habe, ist für die Katz. Kein Plan, worüber ich jetzt schreiben soll. Jede Thematik, die mir einfällt, ist entweder schon vergriffen oder ist einfach zu ausgelutscht. Es hat ja keiner mehr Bock, irgendwas von Corona, Feminismus oder Veganismus zu lesen. Jetzt beginnt eine schreckliche, aber unabdingbare Phase für den weiteren Schreib- und Entwicklungsprozess: das Kopfzerbrechen.


#themenliegenaufderstraße Auf Story-Jagd

Von Maren Schartner

Dienstag, 13.04.2021: Drei lange Wochen war ich jetzt schon auf der Suche. Drei Mal habe ich alles umgeschmissen. Recherche hier, Recherche da. Der kleine Beitrag steht noch nicht. Corona-Thema? Nein danke! Die gibt es schon genug. Ich bin genervt, müde oder meinetwegen auch „mütend“, wie es eine Ärztin so schön suggerierte. Aber heute habe ich neue Motivation und komme mit dem Hot Stuff um die Ecke! „Du hast sie, du willst sie und im besten Fall kriegst du sie! So müssen sich also Journalisten auf Story-Jagd fühlen“, denke ich mir. Irgendwie ein gewisser Nervenkitzel. Kurzstoff soll es werden und etwas zum Staunen. Jetzt muss sie nur noch gekauft werden…

19:05 Uhr: Die  Redaktionssitzung ist vorbei und sie hat Früchte getragen! Beide Themen abgesegnet, Foto-Ideen vom Spezialisten Helge Krückeberg abgenickt. Check! Ich bin wieder im Magazin-Rennen. Das ist mein Startschuss, um etwas aufs Papier zu bringen… :)

 


#Achterbahn Die Lost Places Reportage - Fluch und Segen zugleich

Von Julia Homann

Freitag, 09.04.2021: Die Idee habe ich schon während der ersten Vorlesung. Also stelle ich das Thema bei der nächsten Redaktionssitzung der Gruppe vor. Ich sehe das Funkeln in den Augen von Herrn Professor Ollrog und den anderen wenigen Studierenden, die sich trauen, ihr Morgengesicht vor der Kamera zu präsentieren. Schnell steht fest: eine Reportage über Lost Places soll es sein. Spannendes Thema, Interviewpartner schon bekannt, interessierte alle, perfekt. Doch dann stelle ich mit Erschrecken fest, dass meine eigentliche Kontaktperson vor über einem Jahr verstorben ist. Verdammt! Nicht aufgeben. Es geht weiter mit über 30 E-Mails und Telefonaten an Lost Places-Fotografen. Mindestens genauso viele Absagen folgen in den nächsten Tagen. Sie hätten keine Zeit, wohnen zu weit weg, wollen Unsummen an Geld oder ihre Leidenschaft geheim halten. Ein ewiges Hin und Her. Frustration. Zweifel, ob es die richtige Entscheidung war. Soll ich nicht lieber doch das Thema wechseln? Aber ich bin so davon überzeugt. Also schreibe ich noch mehr Nachrichten, E-Mails und führe Telefonate. Kein Erfolg, nur Absagen. Ich will gerade mein Thema ändern, da kommt eine Mitteilung rein: „Ein Interview? Ja, klar warum nicht.“

 


#CORONAINSPANIEN Corona International - Ein Gastbeitrag aus Spanien

Von Alessandra

My name is Alessandra and I’m a volleyball player in Barcelona, Spain I am part of a high-performance centre where we go to school and train daily. When the pandemic started and we went confined, we had to cancel most of our athletic activities, such as competitions. Training from home was the most difficult part for me. Since we could only do the conditioning part and not the court training with the ball. Once out of quarantine, we began in-person classes, but this meant that every time someone tested positive, you had to do quarantine. Since September I have been in quarantine 11 times. I could say it has been a tough year since I’ve had to stop training more than I would have liked to, but I managed to have more time to spend for myself.

 


#CORONAINPERU Corona International - ein Gastbeitrag aus Peru

Von Daniela

Peru has a population of around 32 million, and it has only 1,656 ICU beds. Just by that information, you can imagine how chaotic the situation is. It may seem unreal, but unfortunately, that is the reality.  The health system, the education system, and the employment situation have never been the best, but especially now, millions of Peruvians are at risk of losing everything they have. It basically works like this; if you have money, you have access to everything. You can afford to stay at home while doing home office, having someone taking care of your kids and being able to eat every day. You also have your basic needs covered such as electricity, water and food. And in the case you or someone familiar to you gets infected, you‘ll have the opportunity to take them to a private hospital and pay for whatever that person needs for them to get better.

On the other hand, and what most people live every day, if you do not belong to the group of people that can afford basic needs, or you have recently lost your job (the unemployment rate has increased highly) you have to go out to the streets and think of a way to earn money to feed your family, and you also have to be careful of not getting infected, because if you do, maybe you’re lucky enough and you will get a bed in the hospital, but the chances that you get oxygen or the ventilators in case you need it, are very low. What is even worse is that if you do not have the money to pay for some oxygen, they will probably not even let you inside the hospital.  I share this because I think it is important that people get to know how other countries are doing with the pandemic. To all the people that have the luck to live in another country with a different reality, please take care of yourselves, of your family and appreciate everything you have. Soon the pandemic will be over and we will all be able to enjoy life again like we used to.

 


#CORONAINFRANKREICH Corona International - ein Gastbeitrag aus Frankreich

Von Félix

"I was unemployed and looking for a new job during the first lockdown in France, in March 2020. Not being able to leave my house may have helped me to focus on my search… I found my new job in Paris during this time.

When I started, in July 2020, there was no lockdown in France, but almost everyone worked from home. It has been difficult at the beginning as I had a lot of questions and was often alone. Now, we’re still working from home, but I have been used to that (and enjoying that too). We’re doing a lot of video calls to keep in contact.

I’ve been lucky to know some people in Paris before arriving otherwise I know I would have been lonely. In this situation, it’s almost impossible to make new friends here. 

Currently, it’s the third lockdown in Paris. The rules are more permissive than for the previous ones, but I honestly have stopped following the news and the government announcements as I feel they give us no prospects of improvements since weeks."

 


#meincoronasemester Not macht erfinderisch

Von Jan-Ole Smidt

Glück auf! So sagt man das doch als Bergsteiger. Zumindest feiere ich gerade Bergfest. Die Hälfte meines Bachelorstudiums an der Ostfalia ist geschafft. An das dritte Semester im Studiengang Medienkommunikation kann ich nun einen Haken machen. Und wir haben eine Menge gelernt, will ich behaupten. Danke Corona! Und das meine ich nicht ironisch.

Jedes Jahr werden im dritten Semester im Rahmen einer Lehrredaktion crossmediale Beiträge für Campus38 produziert. In einer Welt, in der es kein Corona gibt, bedeutet das: Thema suchen, Kamera ausleihen, Drehtermine vereinbaren und wahrnehmen, in den Computerräumen der Hochschule schneiden, dann noch einen Textbeitrag schreiben und fertig. Unter Corona-Bedingungen war der Ablauf gar nicht so anders, abgesehen davon, dass man sich ausschließlich online über Arbeitsabläufe abstimmt, die Hochschule nicht betreten soll und Kameras in Quarantäne sind. Ja, ok … War doch etwas anders. Wer also eine von den raren Filmkameras bekommen konnte, hatte Glück. Alle anderen mussten improvisieren.

Props an unsere DozentInnen, die uns einfach haben machen lassen. In der Not geht’s auch mit dem Handy oder einer normalen Fotokamera. Ist im Arbeitsalltag manchmal nicht anders. Auch dort werden TV-Beiträge zum Teil mit dem Handy gedreht. Mein Glück: Ich fotografiere und habe daher eine Kamera. Mein Thema: Gefängnisausbruch. Der 25. Jahrestag des Ausbruchsdramas in Celle war für zwei Kommilitonen und mich der Anlass, einen ausführlichen Bericht zu produzieren. Mein Problem: Wie machste das jetzt? Eigentlich bräuchte ich ein TV-Studio mit Greenscreen, denn eigentlich wollte ich eine Moderation à la „MrWissen2go“ drehen. Also: Do it yourself.

Ein grünes Laken, ein Eimer voll Wäscheklammern, ein paar Lampen und die Kameraausrüstung. Mehr brauchte ich letztlich nicht. Sogar ein relativ guter Ort mit viel Platz war schnell gefunden. Das improvisierte Studio baute ich im Dezember bei meiner Oma im Stall auf. Vorteile eines Dorfkindes. Der Dreh war anstrengend, hat aber auch riesig Spaß gemacht. Es war arschkalt, ein Nachbar machte während des Drehs Party und die Glocken des nahegelegenen Kirchturms läuteten alle halbe Stunde. Aber hey! Ohne Corona hätte ich wahrscheinlich nie so viel über die Arbeit im TV-Studio gelernt. Denn mit Greenscreen zu filmen ist gar nicht so einfach. Doch das Ergebnis darf sich sehen lassen. Demnächst auf Campus38.

 


#meincoronasemester Optimismus ist geboten

Von Daniel Johannes Kalis

So schnell kann es gehen: Das erste Semester ist so gut wie vorbei und die Zeit, bestehend aus Online-Vorlesungen und einigen Präsenzveranstaltungen, verging wie im Flug.

Als Ersti im Studiengang Medienkommunikation, der ja förmlich von persönlicher menschlicher Interaktion lebt, war das erste Semester kurios. Denn ein treffenderes Bild kann man nicht zeichnen: Vom Bett an den Schreibtisch und vom Schreibtisch zurück ins Bett. Wenn es dann doch mal an die Hochschule ging, dann verhüllten Masken unsere Gesichter. Und wenn selbst Kameras in Quarantäne müssen, dann schreiben wir ein weiteres Pandemiejahr.

Die Wohnung bezahlen, wenn der Nebenjob weggebrochen ist. Kaum Kontakt zu anderen Menschen und wenn doch, immer mit dem Risiko im Nacken, sich und seine Liebsten zu gefährden. Leere Hörsäle und keine ausgelassenen Ersti-Partys.  Ich kann das Leid und die Sorgen vieler meiner KommilitonInnen absolut nachvollziehen und könnte die Liste noch lange fortführen. Und trotz aller Strapazen beweist uns die aktuelle Lage doch noch einmal deutlich, dass wir nicht alleine sind und wir die Probleme nur gemeinsam lösen können. Statt zu jammern, wie teils umständlich das aktuelle Leben ist, sollten wir die positiven Aspekte im Auge behalten. Kaum Termine, vermeintlich weniger Stress und mehr Zeit mit der Familie. Es soll ja sogar Leute geben, die Spazierengehen als neues Hobby für sich entdeckt haben. Und ja, ich kenne das: Auch mal völlig verschlafen mit Jogginghose und einem Kaffee der Vorlesung lauschen. Wann, wenn nicht jetzt?

 


#meincoronasemester Zum Semesterabschluss ein Winken in die Kamera

Von Janina Possel

Auch wenn man sich so langsam an die Online-Uni gewöhnt hat und ich einfach nur froh bin, dass das Studium trotz allem einigermaßen wie geplant weiterlaufen konnte, gab es doch den ein oder anderen Wermutstropfen.

Zum einen hatte ich mich in diesem Semester sehr auf das Modul Studio gefreut, in dem wir eine eigene Talkshow entwerfen und produzieren durften. Einige Wochen voller Themenrecherche, Gästesuche, struktureller als auch inhaltlicher Planung vergingen. Als es dann endlich so weit sein sollte und wir kurz vor dem Ziel, kurz vor der Aufzeichnung der Sendung standen, hieß es: Lockdown ab 16. Dezember – unser eigentlicher Drehtag. Einfach nur ärgerlich. Die Talkshow wurde nun per Zoom abgehalten, was natürlich nicht ansatzweise an die professionelle Studioaufzeichnung herankommt, man kann aber trotzdem zeigen, was (zumindest inhaltlich) daraus hätte werden können.

Zum anderen ist dieses mein 5. Semester, das eigentlich letzte Semester vor Ort an der Hochschule. Wie ich es mir vorgestellt habe? Mit den KommilitonInnen, von denen in den letzten zwei Jahren einige zu wirklich guten Freunden geworden sind, die gemeinsame Zeit genießen, Projekte und Forschungsarbeiten gemeinsam in der Uni bearbeiten, Weihnachtsmärkte abklappern, jede Feier mitnehmen und das Studentenleben nochmal so richtig auskosten. Die Realität sah leider etwas anders aus. Dafür konnten wir nun, denke ich, alle unsere Vino-Skype-Abende liebgewinnen.

Und hätte ich am Freitag, den 13. März 2020 gewusst, dass es meine letzte Vorlesung in Präsenz ist und es das letzte Mal sein wird, dass ich mit meinen KommilitonInnen den Freitags-Burger in der Mensa esse, vielleicht hätte ich diesen Tag dann noch etwas mehr genossen. Ich weiß, Jammern auf hohem Niveau – wir Studis können uns glücklich schätzen, dass wir unser Studium möglichst unkompliziert von zuhause aus weiterführen können. Doch einen richtigen Abschluss der Uni-Zeit, noch einen Tag in Präsenz, bevor wir alle in unsere Pflichtpraktika starten und sich unsere Wege trennen, den hätte ich gerne noch gehabt. Stattdessen gab es von Dozentenseite liebe Worte über die Kamera (bei denen ich froh war, sie nicht in Präsenz gehört zu haben – wäre mir definitiv zu emotional geworden) und in unserem allerletzten Talkshow-Zoom-Meeting wurde virtuell mit einem gemeinsamen Abschiedsbier angestoßen. Alles etwas anders, aber ich hoffe, dass das Bierchen vielleicht irgendwann in Präsenz nachgeholt werden kann.

 


#meincoronasemester Und es hat Zoom gemacht!

Von Karoline Steinbock

Seit diesem Semester bin ich wieder Ersti. Master-Ersti. Nach der Abgabe meiner Bachelorarbeit hatte ich mir eigentlich vorgenommen, zunächst etwas zu reisen. Dann wollte ich mir einen Job suchen. Einen Master zu studieren, hatte ich eigentlich nie vor. Doch Anfang Mai befand sich Deutschland, wie der Rest der Welt, im Lockdown. Reisen war wohl erstmal nicht drin. Gleichzeitig war nicht absehbar, wie lange die Krise dauern wird. Wie wohl ein Berufseinstieg in Corona-Zeiten aussieht? Online-Bewerbungsgespräche oder Vorstellungsgespräche mit Mund-Nase-Schutz? Onboarding im Homeoffice? Wer sucht überhaupt MitarbeiterInnen in Zeiten von Kurzarbeit, Einstellungsstopps und Insolvenzen? Vielleicht ist ein Master also doch keine so schlechte Idee. Zumindest hätte ich für die nächsten zwei Jahre erst einmal einen sicheren Plan.

Auch aus meinem Bekanntenkreis kenne ich die Frage Master vs. Berufseinstieg. Eine Bekannte verlängert ihr Masterstudium gerade künstlich. Es lohne sich einfach nicht, jetzt schon die Masterarbeit anzufangen, wenn es nach dem Abschluss keine Stellenangebote gibt. Immerhin bleibt sie positiv: So schnell werde sie nie wieder an kostenlose Weiterbildungen kommen. Bei einem anderen Bekannten sieht es tatsächlich ganz anders aus. Er möchte keinen Master anfangen, denn auf ein Online-Studium habe er keine Lust. Verübeln kann man ihm das nicht wirklich.

Nun habe ich also mein erstes Online-Semester mit allen Vor- und Nachteilen hinter mich gebracht. Ich kenne meine KommilitonInnen kaum und einen Hörsaal habe ich seit der ersten Semesterwoche nicht mehr von innen gesehen. Dafür kenne ich jetzt sämtliche Online-Plattformen – egal ob Zoom, Discord oder BigBlueBotton. Trotzdem bereue ich die Entscheidung nicht.

 


#meincoronasemester Coronaweihnacht in BBB

Von Prof. Dr. Denise Sommer

Die einzige Präsenzveranstaltung, die im laufenden Semester in meinem Stundenplan stand (1 SWS!), wurde durch den neuerlichen Lockdown abrupt beendet. Das hat die Studierenden und mich wirklich enttäuscht – hatten wir uns doch für die Sitzung vor Weihnachten vorgenommen alle mit Weihnachtsmützen aufzutauchen, um den leeren Campus ein wenig zu beleben. Eineinhalb Tage zuvor mussten wir dieses Vorhaben in den virtuellen Raum verlegen.

Also BBB. Am ersten Lockdown-Tag. Raum betreten, Tontest, kurzer Gruß im Chat, Kamera aktivieren – und täglich grüßt das Murmeltier. Naja, nicht ganz, denn diesmal habe ich mir eine Weihnachtsmütze über den Headset-Bügel gezogen und schaue erwartungsvoll dem schwarzen Bildschirm entgegen. Was folgt, ist unvergesslich. Für die Berichte der Projekt-Zwischenstände haben fast alle Teams jemanden beauftragt sich mit dem Mikrofon zuzuschalten. Die Tonspur füllt sich mit Leben. Immer wieder öffnen sich nun auch Kamerabilder – zuweilen von allen Mitgliedern eines Teams. Es sind weitere Weihnachtsmützen zu sehen, aber auch Lichterketten, eine grüne Grinch-Maske, blinkende Sterne, eine Weihnachtsmann-Figur und sogar ein bunt blinkendes Rentier-Geweih. Aufgeräumt und guter Dinge berichten die Studierenden von ihren Ideen und ihrer bisher erfolgreichen Gruppenarbeit. Es sind Teams von Erstsemester-Studierenden, die sich nur selten persönlich gesehen haben, sich aber in der virtuellen Welt schnell und motiviert organisiert haben. Läuft bei uns!

Dieses Erlebnis steht für mich so kurz vor der Weihnachtspause sinnbildlich für dieses Corona-Semester. Natürlich ist nicht alles prima. Es ist anstrengend und aufwändig, immer wieder gibt es neue Unsicherheiten und Fragen, die wir selbst nicht beantworten können. Zuweilen ist es sehr still im BBB-Raum. Und doch: Die Studierenden ziehen sich nicht zurück. Moodle-WIKIS und Glossare füllen sich, auch nach Wochen der Online-Lehre werden die Aufgaben fleißig und motiviert bearbeitet, Fragen gestellt und Wünsche geäußert. Wir kommunizieren – wechselseitig und mit Bezug aufeinander, so wie es im Lehrbuch steht, nur eben selten von Angesicht zu Angesicht.

Der Berg der Herausforderungen ist inzwischen sogar wieder gewachsen und damit auch die Unsicherheit. In die Weihnachtspause können wir trotzdem guten Mutes gehen. Wir haben so viel geschafft und gestemmt in den vergangenen Wochen und Monaten – das ist einfach nur: WHAM!

Merry Christmas!

 


#meincoronasemester Ersti sein in der Pandemie: Wann erleben wir endlich das Studium in volleren Zügen?

Von Vanessa Höhnl

Ich bin Vanessa, Erstsemester im Studiengang Medienkommunikation und ja, ich bin virtueller Student, Onlinesemester-Ersti oder auch armes Schwein – wie auch immer man es bezeichnen will.

Den lang ersehnten Start in mein Studium habe ich mir anders vorgestellt: neue Leute kennenlernen, gefüllte Hörsäle, neue Perspektiven und Motivation. Stattdessen kenne ich meine Kommilitonen nur mit Maske im Gesicht, lausche den Vorlesungen alleine in meinem Zimmer und ertappe mich immer wieder dabei, mir sagen zu müssen: „Du bist Studentin! Das ist dein Studium!“ Die Surrealität und Verwirrung, die diese Situation mit sich bringt, raubt einem so manches Mal den Antrieb.

Die Pandemie betrifft jeden. Mich glücklicherweise weder direkt persönlich noch im Bekanntenkreis. Zurzeit fühle ich wie die Einschränkungen der Pandemie auch stark auf mir lasten. Ein normaler Start ins Studium blieb mir dieses Jahr verwehrt. Das macht meinen Jahrgang zu einem ganz besonderen. Meine Mitstreiter kenne ich flüchtig, die Kontaktknüpfung fällt schwer. Wir merken uns keine Gesichter und Namen, wir ordnen unsere Kommilitonen ihrer Beteiligung in WhatsApp- oder Vorlesungschats zu. Zurückhaltende Studierende bleiben eher anonym. Uns bleiben wenige Präsenz-Veranstaltungen in denen man im Herbst draußen – eingepackt in Anorak, Schal und Mütze – dann auch noch Maske und Handschuhe tragen muss. Wiedererkennungsmerkmale? Non-existent. Leute zuzuordnen ist also nur über ihre Instagramprofile möglich.

Positiv gesehen bieten uns diese Umstände die Möglichkeit, uns voraussichtlich nächstes Jahr zum Wintersemester noch einmal ganz neu kennenzulernen und hinter die Nachrichten der Chats, das Instagramprofil gucken zu können. Sozusagen ein zweites Erstsemester… Wer hat das schon?

Momentan besteht ein Studentenalltag also daraus, seinen Dozierenden früh morgens über die Lautsprecher seines Laptops zuzuhören. Dabei wird stets versucht, sich nicht ablenken zu lassen. „Du bist Studentin! Das ist dein Studium!“ Vorlesungen werden nachgearbeitet und dann verbringt man den Abend allein, mit seinen Mitbewohnern oder vielleicht einigen Freunden aus der Heimat, falls man aufgrund der prekären Lage noch nicht umgezogen ist. Kommilitonen kennenlernen, ausgehen, sorglos sein und Spaß haben: nur schwer möglich!

Aber lasst uns doch all das Kennenlernen, zusammen feiern, sich inspirieren und motivieren lassen aufsparen und uns diese Pandemie verantwortungsvoll zusammen durchstehen. Es wird wieder besser! Irgendwann sitzen wir – nicht wieder, sondern zum ersten Mal – in vollen Hörsälen, treffen uns auf dem Campus, führen angeregte Gespräche, probieren uns neu aus und genießen das Studentenleben womöglich in volleren Zügen, als alle Studierenden vor uns.

 


#meincoronasemester Zusammenhalten ist die Devise

Von Prof. Andreas Kölmel

Jetzt läuft also schon das zweite Corona-Semester. Fast vollständig online, teils hybrid, mit nur sehr wenig Präsenzveranstaltungen. Das trifft vor allem die praktisch angelegten Fächer hart. Wie will man beispielsweise Kamera- und Tonequipment online erklären? Das geht nur real und durch eigenes Ausprobieren. Also müssen stringente Hygienekonzepte her. Wir gehen, solange es das Wetter zulässt, einfach nach draußen, mit Abstandsregeln, Maske und Handschuhen, versteht sich. Wir haben lange getüftelt, wie wir die Praxiskurse in Präsenz realisieren können. Bitte nicht noch ein weiteres Semester, in dem wir den Studis unsere tolle Technikausstattung vorenthalten müssen. Dennoch wird es extrem schwer, das Semester ohne Härtefälle durchzuziehen. Sobald eine Kamera ausgeliehen wird, muss sie danach sieben Tage in Quarantäne. Das wird zwangsläufig zu Engpässen führen. Deshalb mussten wir auch die Anzahl der potentiellen Drehtage für jeden Studierenden deutlich minimieren. Soweit die schlechten Nachrichten.

Jetzt zum Positiven. In den ersten Wochen habe ich alle Kurse auf die Restriktionen bezüglich der Ausleihe hingewiesen. Die Reaktion der Studierenden hat mich sehr überrascht. Ich hätte gedacht, dass es viel mehr Murren und Nörgeleien gibt. Das Gegenteil war der Fall. Sie haben akzeptiert, das die Situation nun mal so ist, wie sie ist. Sie sind eher dankbar, dass wir den Zugriff auf die Ausrüstung ermöglichen, wenn auch in deutlich eingeschränktem Maß.

Unsere Studierenden sind erwachsene Menschen, verstehen die Situation und akzeptieren die Umstände. Ich würde sogar noch weitergehen. Ich glaube, sie wissen einfach, dass wir alle unser Bestes geben. Und das können wir auch als Kompliment verstehen! Selbst wenn mal etwas schiefgeht (und das passiert leider immer wieder), lässt sich das mit diesem Grund-Verständnis alles viel leichter verzeihen. Oder?

Letztlich schweißt uns Corona noch enger zusammen, trotz räumlicher Distanz und Online-Lehre.

Das finde ich ermutigend und irgendwie auch schön. Lehren auf Distanz ist zwar sehr mühsam, aber es bringt uns irgendwie als Gemeinschaft – uns als Dozenten aber auch die Studierenden und uns – näher zusammen. Soziale Distanz, alles online, keine Kontakte, nur kleine Monitorbildchen. Und trotzdem erzeugt die ganze Situation Nähe und ein Zusammengehörigkeitsgefühl.

Was ich mir wünsche: schaltet Eure Kameras ein, bringt Euch noch mehr mit ein, redet live im Bild, statt nur zu chatten, diskutiert fröhlich mit. Zusammen können wir das Online-Semester so lebendig wie möglich gestalten. Lasst uns als Gemeinschaft das Beste aus diesem Corona-Semester machen. Zusammenhalten ist die Devise. Ich bin überzeugt: unsere Studierenden sehen das genauso. Oder?

 


#meincoronasemester Corona hat wenig mit Lust zu tun

Von Felina Wellner

Müde von Beschränkungen und endlich wieder leben wollen, ABER ... In persönlichen Auseinandersetzungen leitet das Wort aber häufig eine billige Ausrede ein: „Ich würde ja joggen gehen, aber die Regenwahrscheinlichkeit liegt bei satten 40 Prozent“. Im Corona-Kontext nimmt aber jedoch eine brisante Stellung ein. Es eröffnet eine Meinungsspaltung von gesellschaftlicher Relevanz. Vor allem bei jungen Leuten wächst die Ungeduld.

Die wiederkehrende Alltagsroutine hat viel Gutes und doch erlebe ich den Hochschulstart erschöpfter als sonst. Nun startet das Semester wieder so, wie es aufgehört hat: Online, allein, mit dem Gefühl, ich müsse möglichst effektiv sein. Mir fehlt der Präsenzbetrieb, wo es in Vorlesungen und Drumherum auch um Anderes geht, um Persönlicheres, um Spaß. Nun ertappe ich mich häufiger mit dem Gedanken, ein unproduktiver Tag wäre ein verlorener Tag. Ist das nicht absurd? Die jetzige Zeit fühlt sich komisch an. Zwischenzeitlich überfällt mich das Unwohlsein und dann vergeht es wieder. Eigentlich geht es mir gut, meine Probleme sind sicherlich k(l)eine.

„Corona ist nicht schlimmer als die Grippe“, “Es handelt sich nicht um die Pest“, “Als ob Corona nach 23 Uhr ansteckender ist“ – solche und ähnliche Aussagen vertreten vor allem die junge Bevölkerungsschicht und auch ich erlebe sie in meinem Freundeskreis. Mir scheint es wie ein bloßer Kindheitstrotz, der da spricht.

Lockerungen und Beschränkungen, dynamisch verändert sich die Situation und damit einhergehende Entscheidungen. Weltweit, in Deutschland, in Niedersachsen, an Hochschulen und Arbeitsplätzen und bei uns selbst. “Richtig handeln“ wird immer schwerer und der Zwiespalt zwischen Verantwortung übernehmen und einfach normal leben wollen wächst. Keiner hat mehr Lust auf Corona, gerade wir in unserem jugendlichen Freiheitswahn wollen nicht verzichten, wollen wieder unter Menschen sein, feiern gehen, in den Urlaub fahren. Vor allem wollen wir das Gefühl haben, zu dürfen. Zurechtweisungen passen uns nicht in den Kram. Wir sind müde vom Aushalten, manche mehr, manche weniger. Dennoch: Die YOLO-Einstellung bringt uns dieses Mal nicht weiter. Die Suche nach Schuldigen in der Politik schon gar nicht. Aus dem “Du bist schuld“, “Ich will nicht mehr“, “Warum dürfen die und wir nicht?“ sind wir nun doch langsam herausgewachsen, oder? Ich denke Corona hat wenig mit Lust zu tun und schließlich müssen wohl gerade wir uns eingestehen: Wir haben k(l)eine Probleme!

 


#meincoronasemester Im Onlinesemester sind wir anonym

Von Marin Schartner

Ich bin nun ein Ersti im Studiengang Medienkommunikation. Bewusst habe ich mich gegen eine Uni und für eine Hochschule entschieden, da ich kein Fan vom Anonymen bin. Ich mag es lieber kleiner und gemeinschaftlicher. Natürlich bringt das Online-Semester jetzt doch viel Anonymität mit sich, daher stand ich dem anfangs eher skeptisch gegenüber. Es wird erschwert, neue Freundschaften zu knüpfen, man hat selten ein Gesicht zum Namen in den virtuellen Räumen und auch der Kontakt zu den Lehrenden ist sehr oberflächlich, findet meist nur online im Chat oder über Mails statt.

Ich habe mich eigentlich auch sehr auf das Studentenleben gefreut, was sich eher am Wochenende abspielt. Das funktioniert nun aber angesichts der Auflagen einfach nicht. Das Schöne daran ist, dass wir Erstis alle im selben Boot sitzen und das gemeinsam durchleben!

Es ist also 8 Uhr in der Früh, ich sitze mit heißem Kaffee vorm Laptop, trage Kuschelsocken und einen Oversize-Pulli und höre der Vorlesung gespannt zu. Ich habe die See vor der Tür, bin auf der Insel Rügen und mache hier ein paar Tage Urlaub mit der ganzen Familie. Selbstverständlich bleibe ich aktiv und fleißig dabei!

Mein Coronasemester macht dies möglich! Es hat wie immer alles seine Vor- und Nachteile. Machen wir also das Beste draus!

Bleibt gesund, Eure Maren

 


#meincoronasemester Innere Konflikte

Von Jonas Giering

Ich habe von der Corona Situation ein anderes Bild als es in den großen Medien und von der Regierung vertreten und vermittelt wird. Kurz gesagt, ich halte es für einen Fehlalarm und bin der Meinung, es geht schon lange nicht mehr wirklich um die Gesundheit der Bevölkerung.

Daher entstehen oft, wenn ich von den Hygieneregeln und den Einschränkungen betroffen bin, innere Konflikte. Ich sehe kaum einen Raum für Diskussionen im Großen und im Kleinen und fühle mich durch die Ankündigungen des Hausverbotes, bei nicht Einhaltung der Verordnungen, eingeschüchtert.

Ansonsten hatte ich einen schönen Start in das Semester und ich möchte mich bei meinen Dozenten bedanken. Sie haben sich auf die veränderten Bedingungen eingestellt und vermitteln Ihr Wissen so gut es geht.

 


#meincoronasemester Es ruckelt, aber es läuft.

Von Prof. Dr. Marc-Christian Ollrog

Salzgitter, Anfang Oktober: Noch nie habe ich die KollegInnen bereits vor dem Semesterstart so angespannt erlebt: Wie wird es wohl werden? Hält die Technik? Machen die Studis mit, stellen Sie Fragen? Bange Fragen, die wir uns alle stellen – bange Fragen insbesondere in den großen Lerngruppen im Medienbereich. Individuelle Ansprache und Eingehen zählt unter normalen Umständen zu den Stärken des Kollegiums – aber im Remote-Szenario? Wie können wir insbesondere die Erstsemester an Bord holen, wenn wir sie kaum an der Hochschule in Empfang nehmen können?

Nach zwei Wochen ein erstes Durchschnaufen, keine Entwarnung. Die digitalen Vorlesungsräume sind voll, der Chat wird in der Regel höchst aktiv bedient. Die Technik funktioniert mit Abstrichen – zugegeben: gestern ist ein Lernraum mit rund 100 Studierenden abgeraucht – zum Glück erst kurz vor Schluss und die Aufzeichnung lief noch. Aber auch Veranstaltungen mit 165 Teilnehmern laufen problemlos durch – natürlich in den Basisfunktionen ohne allzu viele Sperenzchen. Daran traue ich mich erst später.

Befund: Die Stimmung in den Studigruppen ist besser als gedacht, der Chat brummt in der Regel fröhlich. Die Studierenden sind engagiert, wirken bisweilen wacher als sonst – gerade in den wenigen Präsenzveranstaltungen. Viele loben den Vorteil der Flexibilität („spart Zeit und Geld“), schätzen den Vorteil, den Ihnen das nicht-lineare Nacharbeiten der bereitgestellten Mitschnitte bieten. Die Lehrveranstaltungen selbst funktionieren ähnlich wie gewohnt – weniger Interaktion freilich (die verlagert sich v.a. in den Chat). Man spricht vor allem selbst, was Dozenten in der Regel weniger stört (déformation professionelle), erklärt noch mehr, ruhiger. Kürzer sind die Vorlesungen dadurch keinesfalls, eher im Gegenteil.

Auch Neues entsteht: Viele Dozenten machen sich neue Gedanken über die Stoffvermittlung und das Erreichen der Lernziele, die sie sich andernfalls wohl nicht gemacht hätten. Wie kann man den Stoff durch Einsatz der geeigneten Materialien auf Moodle in Lektionen so strukturieren, dass er die Lehrinhalte erschließt und die intendierten Lernziele ermöglicht? Das ist herausfordernd und spannend zugleich. Die Hoffnung: Davon einiges beizubehalten, auch wenn die Pandemie überwunden ist. Die erzwungene Innovation also nutzen und gezielt verstetigen.

Skurril: Oder „Hogwarts-Feeling“, wie eine Studierende so treffend formuliert. Wer hätte gedacht, dass es so schwer ist, sich in digitalen Räumen zu treffen? Derselbe Link kann Dozenten und Studierende im digitalen Raum in unterschiedliche Hörsäle führen, etwa wenn die Studierende diesen über eine andere Plattform anwählen. Zum Glück sind die Studis auch über StudIP oder andere Kanäle erreichbar. Da geht noch was. Schnittstellenfreie Kommunikation geht anders.

Und dennoch: Das Semester ist gestartet. Ein wenig ruckelig zwar, aber insgesamt besser als befürchtet. Das erste Feedback der Studis ist konstruktiv: „Fast wie eine normale Vorlesung“, sagen viele. Aber doch halt nur fast. Der kleine Scherz, der Schwatz mit den Studis am Rande fehlen, das gemeinsame Abhängen am Campus in den Poolräumen – alles, was irgendwie Gemeinschaft stiftet, fällt weniger aus. Das Kennenlernen der Studierendengruppen untereinander dauert dann sicher länger – ebenso das Kennenlernen von Studis und Lehrenden. Social Distancing auch in der Lehr-Lernbeziehung. Man bleibt auf Distanz – aber wenigstens in Reichweite. Und verabredet sind wir sowieso: Bis morgen dann also, wenn wir alle wieder den Big Blue Button drücken oder uns in den digitalen Hörsaal „zoomen“.