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Studium und Arbeit - Zukunft, Forschung, Vision „Wer über die Zukunft reden will, muss über die Gegenwart Bescheid wissen“

Die Zukunft vorhersagen kann niemand. Was wir aber können: Uns aktuelle Trends und Entwicklungen anschauen. Genau das macht Zukunftsforschung. Mithilfe wissenschaftlicher Methoden werden alternative Zukünfte identifiziert, beschrieben und bewertet. Wie Zukunftsforschung funktioniert, hört ihr in dieser Podcast-Episode.

Wie wird unsere Zukunft aussehen? Das ist die zentrale Frage der Zukunftsforschung. Dabei gibt es nicht nur die eine Zukunft. (Quelle: Pexels)

Darum geht es in dieser Podcast-Folge:

Zukunftsvisionen gibt es viele. Welche davon sind plausibel? Welche Unsicherheiten gibt es? Welche Entwicklungen haben großen Auswirkungen auf unsere Gesellschaft? Alle diese Fragen sind schwierig zu beantworten. Denn die Zukunft ist ungewiss und per Definition noch nicht existent. Bei der Zukunftsforschung steht die wissenschaftliche Betrachtung der Zukunft im Vordergrund. Es geht also um eine systematische Beobachtung, Beschreibung und Bewertung neuer Entwicklungen in Wirtschaft und Gesellschaft. Mit Blick auf aktuelle Trends werden verschiedene Zukunftsszenarien entwickelt. „Wer über die Zukunft reden will, muss über die Gegenwart Bescheid wissen“, so Axel Zweck, Leiter des Bereichs Forschung und Entwicklung des VDI Technologiezentrums.

Mithilfe verschiedener qualitativer und quantitativer Methoden können alternative Zukünfte entwickelt und betrachtet werden. Zukunftsforschung legt sich dabei aber nicht auf eine Betrachtung fest. Denn die eine Zukunftsvision gibt es nicht. „Und da sollte man sich als Zukunftsforscher auch vor hüten, sich auf eine festzulegen“, sagt Zweck. Ziel ist es, sich mit verschiedenen möglichen Zukünften auseinanderzusetzten. Zukunftsforschung bietet Unternehmen, Ministerien oder anderen Organisationen eine gewisse Orientierungsfunktion, denn es werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie sich die Dinge entwickeln könnten. „Und das halte ich sowohl für das Unternehmen mit seiner wirtschaftlichen Ausrichtung als auch für die Mitarbeiter selbst für sehr wichtig die Orientierung zu gewinnen, dass man eben handlungsfähig ist“, meint Roland Philippi, Business Transformation Consultant und Masterstudent im Fach Zukunftsforschung.

Orientierung ist auch in Zeiten von Corona ein wichtiger Aspekt. Die Corona-Pandemie zeigt uns, wie wir in Zukunft auf solche massiven Veränderungen in der Wirtschaft, aber auch in unserem Alltag reagieren können. Vor allem geht es um die Frage, wie wir mit Unsicherheiten umgehen. „Das erlebe ich gerade […] als etwas, was per se Foresight ist, und was jetzt doch eine ganz große Bedeutung in der Gesellschaft hat“, so Simone Kimpeler Leiterin des Competence Center Foresight am Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung.

Zukunft geht jeden von uns etwas an – sei es als Privatperson oder als Unternehmen. Gemeinsam mit unseren drei Experten Simone Kimpeler, Axel Zeck und Roland Philippi betrachten wir die Zukunftsforschung als wissenschaftliche Disziplin und werfen einen Blick auf ihre Umsetzung in der Berufspraxis. Wir sprechen über die Auswirkung der Corona-Pandemie sowie über die verschiedenen Methoden der Zukunftsforschung. Wir klären in welcher Form Zukunftsforschung Ergebnisse liefern kann und werfen einen Blick auf die Arbeitswelt der Zukunft. Und nicht zuletzt gehen wir der Frage nach, wie seriöse Zukunftsforschung aussieht und wo diese wissenschaftliche Disziplin an ihre Grenzen stößt.