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Studium und Arbeit Lernen lernen

Ohne Lernen geht es nicht predigen die Eltern, die Lehrer und die ganze Familie. Auch Studierende und Auszubildende sollen lernen. Doch wie lernt man überhaupt richtig und gezielt, ohne wahllos darauf los zu lernen?

Es gibt nicht die eine beste Methode zu lernen (Quelle: iStock)

Ob Auszubildende, SchülerInnen, Studierende oder einfach nur Personen, die sich etwas Neues aneignen wollen, alle stehen vor Herausforderungen.

Wie lernt man richtig? Auf was muss ich achten, um möglichst erfolgreich und effizient zu lernen? Lehrer in der Schule predigten SchülerInnen schon damals, dass diese lernen müssen, wie man richtig lernt. Als hätte man nicht schon genug um die Ohren, die Geschichte der spanischen Inquisition auswendig zu lernen oder irgendwelche Gleichungen in Mathematik zu lösen. Doch was versteht man eigentlich unter Lernen lernen?

Das Lernen lernen umfasst alle Faktoren, die zu beachten sind, um das Maximum des Erlernten zu erreichen. Dabei kommt es auf die verschiedenen Lerntechniken, die Lerntypen, die Motivation und möglichen Störquellen an.

Fangen wir zunächst damit an, was uns beim Lernen im Weg steht: die mangelnde Motivation und der Stress. Es macht einfach viel mehr Spaß Serien zu gucken, Social Media zu stalken oder Videospiele zu suchten, als sich dem bevorstehenden Berg an Lernmaterialien zu widmen. So ist es kein Wunder, dass uns oft der eigene Schweinehund im Wege steht. Was kann man also dagegen tun, um nicht als Lernmuffel zu enden und die Prüfung zu bestehen. Einhergehend mit der mangelnden Motivation steigt auch der Stress an, sobald die Prüfung immer näher rückt. Wir müssen sehr viele Informationen in einer immer kürzer werdenden Zeit absorbieren und möglichst effizient wiedergeben. Das Verarbeitete wird mit dem ansteigenden Stress nicht im Gehirn verankert und man verfällt in eine immer größer werdende Prüfungsangst. Das Gute am Lernen lernen, es gibt eine Lösung, um dem Szenario zu entfliehen. Der Clou an der ganzen Sache ist die Kontinuität. Wenn man sich im Studium beispielsweise dazu entscheidet zu den Vorlesungen eine Vor- und Nachbereitung zu gestalten, fällt es viel leichter, am Ende an das Lernmaterial für die Prüfungen zu setzen. Aber wieso ist das eigentlich so? Das ist ganz einfach zu erklären. Mit der Vor- und Nachbereitung sparen wir in der Prüfungsphase viel Zeit, es ist ja schon alles vorbereitet um direkt loslegen zu können.

Man muss also keine Zusammenfassung mehr schreiben, die kostbare Zeit zum Lernen verschwendet. Man kann sich direkt auf den Lerninhalt konzentrieren. Folglich geht man gleich motivierter an die Sache heran und stresst sich selbst weniger.

Lerntypen sind wichtig, um zu definieren, welche Art des Lernens am besten zur eigenen Person passt.

Die zwei Lerntypen

Es gibt zwei Grundarten von Lerntypen, den ehrgeizigen und engagierten Lerntypen und den Chaoten. Der ehrgeizige und engagierte Lerntyp ist derjenige, der sich voll und ganz dem Lernstoff widmet. Er lernt bis in die späten Abendstunden, sagt Freunden und anderen sozialen Kontakten ab und hat nur noch Zeit für seine Prüfungen. Sie geben alles, um ihr Ziel zu erreichen. Der Chaot hingegen möchte zwar lernen, lässt sich jedoch zu leicht von seiner Umwelt ablenken. Er kommt nicht so in Fahrt, wie er sich das wünscht. Wie können sich beide Lerntypen helfen und welcher ist der richtige für die Prüfung?

Zunächst einmal kann man sagen, dass es nicht den richtigen Lerntypen gibt. Wenn man beide Lerntypen auf eine gewisse Weise optimiert, kann man das Bestmögliche herausholen. Der Erste habe beispielsweise die Problematik sich zu überlasten. Motivation ist gut und förderlich, Übermotivation allerdings nicht. Eine Überbelastung könnte zum Vergessen von Informationen oder zu einem Blackout in der Prüfung führen. Abwechslung ist gefragt, genauso wie ein Ausgleich wie Sport, um den Kopf frei zu kriegen. Ebenso wichtig ist eine ausreichende Ruhephase. Hat man zu wenig Schlaf, kann das Erlernte nicht richtig verarbeitet werden, da das menschliche Gehirn die Informationen im Schlaf verarbeitet. Der ehrgeizige Typ braucht also eine Struktur, einen Lernplan, um möglichst effizient lernen zu können.

Der zweite Lerntyp, der Chaot, muss auf seine Umgebung achten, da dieser sich leichter ablenken lässt. So ist es hilfreicher für ihn in einer ruhigen Umgebung zu lernen ohne jegliche Ablenkung wie Smartphones, Fernseher oder andere Personen. Im Allgemeinen gilt aber für jede Person, die ein Lernziel verfolgt, sich in den Lernphasen nicht ablenken zu lassen und konzentriert zu arbeiten. Des Weiteren kann man die beiden in vier weitere Lerntypen unterteilen, denn der ehrgeizige Lerntyp sowie der chaotische nehmen das Lernmaterial unterschiedlich auf. So werden diese wie folgt unterteilt: Der auditive Lerntyp, lernt durch Hören, der visuelle Lerntyp, lernt durch Sehen, der kommunikative Lerntyp, lernt durch Gespräche und der motorische Lerntyp, lernt durch Bewegung. Um es genauer zu erläutern stellen wir uns also zwei Personen unterschiedlicher Lerntypen vor, die einen Lerninhalt in Textform und einmal als Hörspiel erhalten. Die eine Person wird sich den Inhalt des Textes besser einprägen können als die andere Person durch das reine Sehen. Beim Hörspiel hingegen hat der auditive Lerntyp seine Vorteile durch das Hören. Jedoch kann es auch Mischformen geben, sodass man beispielsweise mehr Informationen abspeichern kann durch das Hören und Sehen. Man muss also zunächst für sich herausfinden, wie man am besten Informationen im Kopf behält. Das funktioniert durch ausprobieren. Am effektivsten ist es dabei zu schauen welche Kanäle der Informationen einen am leichtesten fallen und diese zu verbinden, je mehr Kanäle, desto besser.

Methoden des Lernens

Da wir nun wissen wie wir uns motivieren können, den Stress vermeiden können und wissen, welche Lerntypen wir sind, müssen wir nur noch schauen welche Methoden wir am besten nutzen können. Kurze Lerneinheiten sind wichtig, damit wir die Masse an Informationen unterteilen können und diese entsprechend verarbeiten können. Ein altes Sprichwort besagt, dass Rom auch nicht nach einem Tag erbaut wurde. Also sollte man sich eine Struktur und einen Lernplan bilden umso etappenweise und Schritt für Schritt an das Ziel zu kommen. Man erinnert sich außerdem viel besser an das Erlernte, wenn dies in Kurzen und regelmäßigen Zeitzyklen erfolgt. Hinzu kommt die Wiederholung von Themen, wiederholt man bestimmte Informationen wieder und wieder, gelangen die von unserem Kurzzeitgedächtnis in das Langzeitgedächtnis und können so besser abgerufen werden. Ein praktisches Beispiel für Wiederholungsmethoden sind Lernkarten. Auf der einen Seite das Fachwort und auf der anderen Seite die Erklärung. Die unterschiedlichen Karteikarten werden dabei selbstständig abgefragt und das wiederholt man solange bis man das Ergebnis weiß, ohne nachzuschauen. Eine weitere Methode sei die Aufnahme des Lernmaterials mit einem Rekorder. Dafür reicht meistens schon das eigene Smartphone aus, um sich selbst beim Vorlesen des Lernmaterials aufzunehmen. Der Vorteil daran ist, dass man dies zum Beispiel vor dem Schlafen gehen sich noch mal in Ruhe anhören kann und das Ganze dann unterbewusst aufgenommen werden kann. Es gibt jedoch noch viel mehr Beispiele für unterschiedliche Lernmethoden.

Doch wie hat sich das Lernen mit der Zeit verändert? Obwohl es notwendig ist, sich von Störquellen fernzuhalten wie Ablenkungen durch den Computer oder das Smartphone, können diese auch einen großen Beitrag zum Lernerfolg leisten. So gibt es beispielsweise inder Fahrschule Apps, um für die Theorie Prüfung zu lernen oder in der Schule, Computerprogramme um spielend für die Mathematik zu lernen.

Nele Petrusjanz, ehemalige Studentin und Mitarbeiterin an der Universität in Hannover sowie Andre Lincango, Masterstudent an der Universität in Hannover geben einen kleinen Einblick wie sich Lernen aus ihrer Sicht mit der Zeit verändert hat.

Während Herr Lincango von einer starken Umwandlung spricht, durch neue Technologien, sieht Frau Petrusjanz ein sehr großes Potenzial in diesen. Über Onlineforen und Websites könne man Fragen in Kürze lösen, Plattformen wie YouTube bieten zum Teil gute Lernvideos, so Petrusjanz weiter. Beide stimmen sich überein mit der Aussage, dass man heutzutage Unterlagen auf einem Tablet oder Computer hochladen kann und diese direkt auf dem Gerät bearbeiten kann. Lincango führt das Ganze sogar weiter aus und ist der Ansicht, dass man dadurch eine gewisse Flexibilität beim Lernen unterschiedlicher Fächer hat, da der Transport von Dokumenten einfacher geworden ist mithilfe von Tablets oder Laptops.

Das Recherchieren habe laut Lincango ebenfalls einen wesentlichen Fortschritt gemacht, durch Tablets und Laptops könne man in kürzester Zeit an bestimmte Informationen kommen. Während Herr Lincango technische Hilfsmittel als digitale Bücher oder Skripte nutzt, präferiert Frau Petrusjanz die klassische Variante.

„Persönlich finde ich jedoch, dass das nicht die guten alten Zusammenfassungen und Karteikarten übertrumpfen kann, ich bin aber ein sehr haptischer Mensch und würde zum Beispiel auch immer ein Buch einem E-Reader vorziehen“. Nele Petrusjanz

Alles in allem kann man sagen, dass man für sich selbst zunächst einmal Herausfinden muss, wie man am effizientesten lernen kann. Technische Hilfsmittel können dabei Vorteile mit sich bringen und einem beim Lernen unterstützen.