Direkt zu den Inhalten springen

Studium und Arbeit - Sprache, Deutsch, Englisch Alles Denglisch, oder was?

Mindset, Cringe, Beef – ist das noch Englisch oder schon Deutsch? Wie viele englische Begriffe sich in unseren Alltag einschleichen, ist schon echt crazy. Was für die Einen cool ist, finden die Anderen nervig. Aber wo genau liegt die Grenze dazwischen?

Denglisch: entweder the yellow from the egg oder Worst Case. (Quelle: Jan-Ole Smidt)

Morgens halb sieben in Deutschland. Time to wake up. Erstmal ein Workout. Das steht bei Shania immer auf der To-Do-List. Noch eben das Meal für die Lunch break preppen und dann aber los. Sie ist jetzt nämlich Praktikantin in einer PR-Agentur. „Ein Coffee to go wird ja noch drin sein!“ Heute in the mood for Starbucks oder doch der coole Vintage-Shop an der Ecke? Spielt eigentlich auch keine Rolle, ist sowieso nur für den Lifestyle!

Apropos Lifestyle! Falls es noch nicht obvious ist: Anglizismen sind inzwischen genauso in wie Starbucks. Der Anteil von englischen Begriffen im Duden beträgt mittlerweile stolze zehn Prozent - unsere Lieblingswörter wie „Shitstorm“ und Co. noch nicht mal inbegriffen. Aber warum sprechen wir eigentlich so ein Kauderwelsch aus Deutsch und Englisch – liebevoll genannt: Denglisch?

Manchmal scheint es schlichtweg auf die Schnelle keine passende Alternative zu geben. „Downloaden“ lässt sich leicht durch „herunterladen“ ersetzen – aber das dazugehörige Substantiv? Dafür müsste Shania ja sogar länger überlegen als für die Recipes ihrer Smoothie-Bowls. Viel zu zeitaufwändig!

Hinzu kommt, dass Anglizismen einen höheren Bildungsgrad suggerieren. Wer beeindruckt nicht gern mit seinen Fremdsprachenkenntnissen und sorgt gleichzeitig auch noch für eine lebendigere Sprache?!

Shania interessiert das herzlich wenig. Es ist einfach ihr way of life. Ob Oma Erna dabei auf der Strecke bleibt oder nicht. Man kann schließlich nicht auf jeden Acht geben. Das ist eben nicht nur cool, sondern auch weltoffen und international! Zwei – ähm, sorry - drei Fliegen mit einer Klappe! Wie praktisch!

Mit Fliegenklatschen kann sich Shania jetzt aber erstmal nicht befassen. Sie muss ins Office, bloß nicht den Call verpassen. Das wäre ja nun wirklich der Worst Case.

Jetzt wird durchgehustlet: Aber asap. In einer ruhigeren Minute soll sie die aktuellen Neuigkeiten des Unternehmens „Adidas“ checken. Aber da es sich schließlich um ein trendiges Unternehmen handelt, gibt’s nicht nur Mainstream-„Informationen“. Nein, Adidas bietet ganz leckere Fact Snacks. Da ist selbst Shania erstmal baff.

Nun soll sie einen Text übersetzen. „Das Leben in vollen Zügen genießen“ – na „Enjoy life in full trains“, ist doch klar! Shanias Englisch ist einfach „the yellow from the egg“. Ist ja schön und gut, wenn Menschen scheinbar gern Fahrten in vollen Zügen genießen. Jedem das Seine!

Von False Friends hat Shania wohl noch nie etwas gehört! Einzeln schmecken ihr die Zutaten offenbar nicht, aber zusammen? Ein wahrer Ohrenschmaus! Fast so schmackhaft wie die „Fact Snacks“ von Adidas.

Tatsächlich gibt es viele englische Begriffe, die sich in unserem Alltag etabliert haben. Wenn allerdings in jeden Satz wahllos englische Begriffe eingebaut werden, ist es nur noch unverständlich und klingt nahezu lächerlich! Brian, Miley, Shania und Konsorten haben da sicherlich Einwände. Aber manchmal ist eben weniger mehr.

Shania macht erstmal Feierabend. Sie ordert etwas Soul Food bei Lieferando und gönnt sich eine Folge „Game of Thrones“. „Shit, schon wieder ein Cliffhanger!“. Und wer streamt noch so spät bei Nacht und Wind? Eine Amerikanerin? Eine Engländerin? Nein – es ist Shania aus Deutschland, die mit dem Bingewatchen beginnt!