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Studium und Arbeit - Studienfinanzierung Studieren auch mit kleinem Budget

Mehr als zwei Drittel aller Studierenden sind auf Zusatzeinnahmen aus Nebenjobs angewiesen. Dafür das Studium vernachlässigen? Campus38 zeigt Alternativen auf und vergleicht die Kosten in Salzgitter mit anderen Studienstädten.

In der Bibliothek Bücher suchen oder in der Gastronomie Getränke ausgeben? Viele Studierende sind auf einen Nebenjob angewiesen. (Quelle: iStock/Diignat/6Okean)

Studieren kann anstrengend sein. Besonders, wenn man gerade erst sein Abitur hinter sich hat oder nach einem missglückten Studium einen neuen Versuch startet. Während Studieren für manche bedeutet, endlich erwachsen zu werden, von zu Hause auszuziehen und endlich auf eigenen Füßen zu stehen, sieht die Realität bei den meisten erst einmal ganz anders aus: Viele Studienanfänger stehen am Anfang vor der Frage, wie sie sich den Lebensunterhalt während der Semester finanzieren sollen. Für die meisten bedeutet das, einen Nebenjob annehmen zu müssen. Bleibt dann aber nicht das Studium zwangsläufig auf der Strecke?

Unabhängig davon, für wie klug man sich hält: Irgendwann wird klar, dass man die im Job verbrachte Zeit auch sehr gut für das Studium hätte einsetzen können. Als vorheriger Student im Praxisverbund, also in Kooperation mit einem Unternehmen, und nun „normaler Student“ in Salzgitter beschäftigt mich diese Frage mit der Zeit immer mehr. Ist ein Studium ohne Nebenjob noch effektiv möglich? Tamie, im sechsten Semester Medienmanagement-Studentin in Salzgitter, jobbte im ersten Semester für vier Monate nebenher. Nach der ersten Klausurenphase und anstehenden Semesterprojekten wurde ihr aber klar, dass die Zeit für einen Nebenjob nicht mehr ausreicht: praktische Einheiten, Übungen am Samstag und zusätzliches Hochschulengagement lassen wenig Spielraum.

Studienfinanzierung bemisst sich an eigenen Verhältnissen
 

So wie Tamie und ich sind laut Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks 68 Prozent aller in Deutschland immatrikulierten Studenten auf einen Nebenjob angewiesen. Aber was für Alternativen gibt es eigentlich? Aus kaufmännischer Sicht ist das Bafög die wohl klügste Art der Studienfinanzierung. Ob man Anspruch auf staatliche Hilfe hat, hängt dabei sowohl vom Einkommen der Eltern, der Wohnsituation und der Höhe des Eigenkapitals, aber auch von den Rahmenbedingungen des Beziehenden ab. Der Vorteil des staatlichen Kredits: lediglich die Hälfte des Geldes wird zinslos und fünf Jahre nach Ende der Regelstudienzeit zurückgezahlt. Für die „Genießer“ unter den Studenten gibt es zusätzlich die Option, einen Antrag auf Verschiebung zu stellen.

Diejenigen, die bereits in einer WG leben, könnten außerdem Anspruch auf Wohngeld haben. Das muss nicht zurückgezahlt werden, kann aber nur von solchen Studierenden beantragt werden, die keinen Anspruch auf Bafög haben. Dazu lohnt sich entweder ein Gang zur Familienkasse für den Antrag auf Kindergeld, zur eigenen Hochschule für ein eventuell infrage kommendes Stipendium oder zum Bundesverwaltungsamt für einen Bildungskredit. Auch ein privater Bankkredit oder die Beantragung von Arbeitslosengeld II stellen Möglichkeiten dar, wenn auch weniger lukrativ.
 

Fixkostenvergleich Studienstädte in der Region 
  
Salzgitterknapp 600 Euro
Braunschweigknapp 780 Euro
Hannoverknapp 800 Euro


Interessant wird es, wenn wir uns den Ostfalia-Campus in Salzgitter anschauen. Mit rund 2.500 immatrikulierten Studierenden liegt der Standort im Größenranking des Bundes auf Platz 75. Etwa ein Drittel lebt in Salzgitter, ein weiteres Drittel in Braunschweig und der Rest im Umkreis oder weiter weg. Nach Auswertung des Deutschen Studentenwerkes sowie dem Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung liegt für das erste Drittel somit ein monatlicher Fixkostenbetrag bei durchschnittlich 596,60 Euro – auf den ersten Blick ist das nicht viel. Etwa 44 Prozent fließen in Mietkosten, 36 Prozent in die Lebenshaltung und Freizeit und der Rest in das Studium. Trotzdem liegen die Monatsfixkosten um über 50 Euro unter dem Bundesdurchschnitt. Vergleicht man diesen Betrag mit anderen Studienstädten wie Braunschweig, wo fast 780 Euro Fixkosten monatlich anfallen, oder mit Hannover mit rund 800 Euro, dann fällt auf, dass das Studium fast überall deutlich teurer ist. Erster Befund: das Studieren in Salzgitter ist offenbar eine äußerst wirtschaftliche Sache.

Tatsache ist, dass das Thema Studienfinanzierung für viele Studierenden äußerst wichtig ist. Ob man einen Nebenjob während des laufenden Studiums annimmt, muss jeder vor dem Hintergrund der eigenen Verhältnisse selbst entscheiden. Das breite Studienangebot und die örtlichen Rahmenbedingungen machen den Standort Salzgitter als Hochschulstadt jedoch auch für Studierende mit kleinem Portemonnaie äußerst attraktiv.