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Meinung und Haltung - Quarterlife Crisis Jung, smart und ausgebrannt

Das Studium neigt sich dem Ende zu und plötzlich ist sie da: Die große Frage nach dem Sinn des Lebens. Grund genug auch mit Mitte 20 die Krise zu kriegen, findet Autorin Katharina Hartmann.

Akute Krise! (Quelle: iStock/Martin Dimitrov)

Krisen, wohin man sich neigt: Die Alten haben Altersdepressionen, die Berufstätigen erst Burnout und dann Midlife-Crisis. Das lassen sich die Jungen nicht bieten. Sie fordern ihr eigenes Stück vom Krisenkuchen.

Quarterlife Crisis ist das Stichwort der Stunde. Noch nie gehört? Sowas hat doch keiner? Langsam! 67 Prozent der jungen Arbeitnehmer gaben einer Linked-In-Befragung zufolge an, in der Viertellebenskrise zu stecken. Geplagt von Selbstzweifeln und unsicher, welchen Weg sie einschlagen sollen. Nur eins scheint nach dem Standardprogramm Work und Travel in Australien, (wo man bei Schafschur und Erntehilfe erstmal herausfinden musste, was man eigentlich studieren möchte) sicher: Man will nun auch direkt ganz oben einsteigen, natürlich.

Im Job dann die nächsten Klippen: Warum muss ich meinem Vorgesetzten Kaffee kochen, wenn ich doch das Zeug habe, übermorgen selbst Chef von VW zu werden? Und dann noch diese Arbeitszeiten! Man soll wirklich bis um 17 Uhr im Büro sein. Da verpasst man doch glatt die letzten Sonnenstunden. Wieder ein öder Bürojob-Tag ohne eigenen Post auf Instagram. Und wer schon nicht mit seinen Couplegoals punkten kann, muss wenigstens um die Welt reisen.

Alle anderen haben aber auch immer ein viel cooleres Leben als man selbst. Der eine postet sein Standardbild aus Australien, der andere feiert beim Coachella und noch ein anderer macht gerade ein Praktikum bei Porsche in Berlin, wo er unglaublich viele verantwortungsbewusste Aufgaben erhält. Und man selbst steckt in Salzgitter fest und sortiert verstaubte Akten. Ich krieg die Kris... Ach ja, da war ja was. Nochmal schnell meine überteuerte Acaibowl auf Instagram posten, damit keiner was merkt.