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Meinung und Haltung - Hype0, Marken, Geld Hypebeast - Hauptsache Marke

Ständig dem Klamotten-Hype hinterherrennen: Die sogenannten Hypebeasts sind vom Markenwahn besessen und geben haufenweise Geld für überteuerte Markenklamotten aus. Es wird Zeit diesen Trend zu stoppen.

Für Hypebeasts kann das neue Kleidungsstück nicht teuer genug sein. Hauptsache die Marke stimmt. (Quelle: iStock)

„Kleider machen Leute.“ – Einige nehmen dieses Sprichwort viel zu ernst. Markenprodukte werden zunehmend wichtiger in unserer heutigen Gesellschaft. Supreme, Balenciaga oder Off-White sind nur einige von vielen Hypebeast-Marken, die die Modeindustrie deutlich prägen. Immer mehr Menschen sind so fixiert darauf in teuren Markenklamotten rumzulaufen. Da kann man nur mit dem Kopf schütteln. Wieso sollte man sich ein schlichtes, schwarzes T-Shirt für 350 Euro kaufen? Ganz einfach: in der Mitte steht die Aufschrift Gucci. Solange die Marke deutlich erkennbar ist, sind viele bereit, hunderte von Euros für ein Stück Stoff auszugeben.

In den Großstädten stolzieren sie durch die Einkaufspassagen und tragen ihr neustes Outfit im Wert von Tausend Euro. Diese sogenannten Hypebeasts sind immer bestens darüber informiert, was momentan im Trend ist und bemühen sich darum, jedes Hype-Produkt zu besitzen. Zu viele aus meinem Umfeld versuchen krankhaft das neuste Produkt auf den Markt zu bekommen. Sie sitzen vor ihrem MacBook (alle Hypebeasts haben natürlich Apple- Produkte), stellen sich einen Timer und tippen unaufhaltsam auf ihrer Tastatur herum, um ihren Warenkorb zu füllen. Meterlange Warteschlangen vor Sneaker-Läden sind daher keine Seltenheit, wenn gerade ein neues Paar veröffentlicht wurde. Ob man es glauben mag oder nicht, aber es gab tatsächlich schon einige Schlägereien um limitierte Schuhe. Wenn ein Markenprodukt es schafft, so viel an Bedeutung zu gewinnen, realisiert man, wie materialistisch die Gesellschaft geworden ist. Fakt ist: Klamotten werden längst nicht mehr nach dem Prinzip der zweckmäßigen Funktionen gekauft.

Früher wurden Freundschaften geschlossen, wenn man den Anderen nett fand und ähnliche Interessen hatte. Heute bestimmt das Tragen des neuen Supreme-Pullover darüber, ob jemand „cool“ ist. Der Gedanke, dass man nur durch Markenklamotten „cool“ sein kann, nistet sich in unseren Köpfen ein. Vor allem die jüngere Generation sieht Markenklamotten als hohes Statussymbol an. Man erkauft sich schlichtweg die Anerkennung anderer Personen durch den Klamottenstil. Ziemlich traurig, dass der Charakter einer Person somit in den Hintergrund rückt, obwohl dieser doch eigentlich darüber entscheiden sollte  ob man mit der Person abhängen möchte oder nicht. Stattdessen dient eine Jacke von The North Face als Eintrittskarte in die Welt der Beliebten. Wer mit einer No-Name Marke ankommt, braucht es gar nicht erst zu versuchen.

Leider vergrößert sich die Hypebeast-Szene immer weiter. Kein Wunder! Auf YouTube kursieren Videos zur Frage „Wie viel ist dein Outfit wert?“ mit Millionen von Klicks. Dabei geht es inhaltlich nur darum, dass man viel Geld für seine Klamotten ausgegeben hat und sich mit anderen vergleicht. Ganz ehrlich: bei einem Wert von 30.000 Euro für einen Look ist das einfach nur noch protzig. Als wäre das noch nicht genug, werden viele Luxusmarken außerdem in der Rap-Musik erwähnt. RIN, Capital Bra und einige andere Deutschrapper erwähnen in ihren Songtexten regelmäßig bekannte Marken, wodurch zusätzliche  Aufmerksamkeit auf solche Produkte gelenkt wird. Zudem wird das Kaufverhalten daurch weiter beeinflusst, dass internationalen Prominenten wie Kanye West oder A$AP Rocky Klamotten bestimmter Marken tragen.

Ich will nicht lügen, ich kauf hin und wieder auch gerne Markenklamotten. Es ist auch nicht gelogen, dass teure Marken eine bessere Qualität haben als ein fünf-Euro-Oberteil von H&M. Ob aber auch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, sei mal dahingestellt. Mich erschreckt es immer wieder Jugendliche zu sehen, die in einem kompletten Hypebeast-Outfit rumlaufen. Da fragt man sich, wo sie das ganze Geld herhaben. Natürlich müssen die Eltern ihr Portemonnaie hinhalten, damit diese Markensucht befriedigt werden kann. Die heutige Fashion-Szene richtet sich hauptsächlich nach dem Motto: „Alles für den Flex“ – Hauptsache jeder sieht, wie viel Geld man hat. Hoffentlich bleibt das Ganze nur ein kurzzeitiger Trend und wird nicht zur Normalität. Ich habe nichts dagegen, wenn jemand das trägt was ihm gefällt, aber es ist einfach nur lächerlich Markenklamotten nur wegen der Anerkennung zu tragen. Ich lege eher Wert auf den Wohlfühlfaktor und nicht darauf, was für ein Logo zu erkennen ist. Wer den Ego-Push braucht, gibt eben unnötig sein Geld aus. Investiert euer Geld in etwas sinnvolleres als in ein überteuertes Stück Stoff!