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Leben und Gesellschaft - Jogginghose, Coronavirus, Apokalypse The Walking Dead

Am 28. Januar 2020 erreichte die Apokalypse schließlich auch Deutschland. Weitere eineinhalb Monate zogen ins Land, bis das Virus die Menschheit gänzlich in Zombies verwandelte: Struwwelpeterfrisur, Rauschebart, Schlabbershirt, ungeschminkt und in Jogginghose.

Die neueste Corona-Business-Mode? Obenrum Anzug, untenrum Jogger und Adiletten. (Quelle: Jan-Ole Smidt)

Menschen – nur noch leere Hüllen, die von einer durchzechten Nacht mit zu viel Wein und Netflix-Serien zur nächsten sinnen. Charakteristik Nummer eins: die Jogginghose. Je fleckiger, puffiger und ausgefranzter, desto besser. Karl Lagerfeld weissagte bereits 2012 den Weltuntergang mit den berühmten Worten: Wer Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren. Diesen Satz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Denn übertragen bedeutet er, Jogginghosenträger sind nicht mehr bei Sinnen. Nicht mehr bei Sinnen seien bedeutet: tot. Ergo: Jogginghosenträger gleich Zombie. Dass Deutschland acht Jahre später durch das Homeoffice von Zombies auf der Suche nach Klopapier und Mehl überrannt wird, muss Lagerfeld geahnt haben. Mittlerweile hat er sich im Grab umgedreht.

Und was macht der Haufen überlebender Anzugträger, der sich in den Berliner Regierungsgebäuden verschanzt? Eine Maskenpflicht ausrufen. Soweit ok. Nörgelnde Zombies, die im Supermarkt kein Klopapier mehr bekommen haben, werden durch den Fetzen Stoff im Gesicht zu nuschelnden Zombies. Aber das Jogginghosenproblem ist immer noch nicht gelöst. Butter bei die Fische: Liebe Regierende, wann kommt die Jeanspflicht?

Stay home, Jogginghose. Da, wo du hingehörst.


Jogginghose – verlorene Kontrolle oder neuer Trend?

Mode: „schreckliches Thema!“

Rocket Beans-Moderator Florentin Will ist bekennender Jogginghosenträger. Sogar live vor Publikum. Im Kurzinterview mit Campus38 verrät er, wieso:

Jogginghose trage ich…

…so oft es geht. Also immer.

Rocket Beans TV findet das…

…scheinbar in Ordnung. Hat noch keiner was gesagt.

Jeans- und Jogginghosen habe ich…

…von beiden viermal die gleichen. Die gefallen mir eben.

Mode ist für mich…

…ein schreckliches Thema.

Weil…

…ich auf keinen Zug aufspringen will. Ich mag lustige Shirts und gemütliche Hosen.

„Würde ich nie entwerfen!“

Modedesigner Timo-Jan Martens macht sich in Berlin einen Namen. Allerdings nicht mit Jogginghosen. Weshalb, verrät der 25-Jährige im Kurzinterview mit Campus38:

Die Jogginghose finde ich…

…nicht schön. Würde ich nie entwerfen.

Weil…

…die Hosen keine gute Figur machen.

Stattdessen…

…bevorzuge ich eine gutsitzende Hose

oder Jeans.

Wer Jogginghose trägt,…

…hat es bequem, wirkt aber nicht seriös.

No-Gos gibt es…

…keine. Was heute geschmacklos ist, ist morgen ein Trend. Was sich nicht ändert, sind Dresscodes.