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Leben und Gesellschaft - Journaling, Schreiben, Tagebuch Strukturierte Gedanken und positive Gefühle dank Journaling

„Das Schreiben fällt leichter, wenn man keine Botschaft zu transportieren hat.“ – Heimito Nollé. Auch beim Journaling handelt es sich um eine Art des Gedankensammelns. Diese hat sich in den vergangenen Jahren aus dem klassischen Tagebuchschreiben herausgebildet und umfasst gezielte Schreibübungen. Es geht dabei um das Freilassen der eigenen Gedanken, ohne damit eine Botschaft vermitteln zu müssen.

Depressionstagebuch, Morgenseiten, Dankbarkeitstagebuch: Journaling existiert und hilft in verschiedenen Formen. (Foto: Isabelle Sorkalla)

Depressionstagebuch

Das Depressionstagebuch wird oft von Psychologen eingesetzt, die das Schreiben als wichtigen Teil der Therapie empfinden, diese aber keinesfalls ersetzt. Auch wenn es nur eine Ergänzung ist, kann es aber zur Genesung beitragen. Patienten reflektieren Therapiesitzungen und sammeln ihre Gedanken. Da depressive Menschen oft in schwarz-weiß denken, können sie aus ihren Journals Rückschlüsse darauf ziehen, was ihre Launen ausgelöst hat. Die Verschriftlichungen können außerdem als Gesprächsgrundlage in den Sitzungen dienen.

Jedoch profitieren nicht nur Menschen, die mit Depressionen zu kämpfen haben, vom Journaling. Eine Studie der University of Texas besagt, dass dieses auch chronisch Kranken eine Hilfe sein kann. Es kommt zu einer Stressreduzierung, die sich positiv auf die Gesundheit auswirkt. Symptome können niedergeschrieben werden, wodurch die Betroffenen vielleicht sogar selbst herausfinden, wodurch sie ausgelöst werden.

Morgenseiten

Für diejenigen, die ihren Gedanken abseits des Alltagsstresses ganz unstrukturiert freien Lauf lassen wollen, ist das Journaling ebenfalls eine Lösung: das Verfassen von Morgenseiten. Es ist so leicht, wie es klingt: Man lege sich einen Stift und das persönliche Journal neben das Bett und schreibe sofort nach dem Aufwachen 20 Minuten lang all das auf, was im Kopf herumschwirrt.

Dankbarkeitstagebuch

Das „Dankbarkeitstagebuch“ ist beispielsweise eine relativ simple Übung, die dazu beiträgt, auch die kleinen Dinge schätzen zu lernen. Ein Journal soll aber keinesfalls ein Gefühl von Druck vermitteln, nur weil es auf der Basis von Organisation und Struktur basiert. Diese Art des Journaling ermöglicht es, den Alltag positiv zu reflektieren. Dabei notiert man dann jeden Abend drei Dinge, für die man dankbar ist wie auch Ziele, die erreicht werden sollen. Wie eine Studie aus Kalifornien ergab, trägt die Verschriftlichung der Ziele zu einer höheren Zielerreichung bei.

Erweitert dazu gibt es das Modell der „drei guten Dinge“, in dem zusätzlich die Gefühle sowie die Entstehung der Situation eine Rolle spielen, für die man dankbar ist. Das ‚Man selbst sein‘ steht jedoch klar im Vordergrund. Dadurch können negative sowie positive Gedanken nachvollzogen werden, woraus eine emotionale Balance resultiert. Durch diese transparente Art der Selbstreflektion kann Gelerntes sofort integriert werden. Damit trägt es zu einem gesunden Mindset bei und bringt wieder mehr positive Vibes in den persönlichen Alltag.

 

Es gibt also ganz verschiedene Arten von Journaling, die alle einen psychologischen Ansatz verfolgen und zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen. Einerseits ist es all denjenigen eine Hilfe, die mit Depressionen zu kämpfen haben. Andererseits stehen die positive Sicht auf die Dinge sowie das Leben lieben zu lernen im Vordergrund.